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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 450 -
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450 Himmelfahrt Christi, Bilder aus der göttlichen Liturgie, die Muttergottes als Allheilige oder Pauagia, die heiligen Bischöfe u. s. w., während die Darstellungen im Pronaos u. a. den Lebens-, beziehungsweise Leidensgang des Kirchenpatrons schildern. Die gegen Westen gerichtete Wandfläche der Vorhalle oder des Kirchenäußeren enthält in der Regel das große Bild der Wiederkunft Christi, das jüngste Gericht. Die Außenmalerei entnimmt ihren Inhalt vielfach dem alten Testamente und bringt auch mehr oder weniger profane Dar- stellungen, wie die der Belagerung K onstantinopels durch die Türken, die Über- bringung des Leibes des heiligen Johannes Novi nach Snczawa, die Gestalt des Metropoliten Gregor Roszka neben der des Einsiedlers Daniel in Woronetz u. s. w. und zeigt hie und da wohl auch Imitationen von Stein- oder mehrfarbigem Ziegelrohbau. Wie die alten Tafelgemälde, welche sich in zartester Weise auch über einzelne Flächen der Einrichtungsstücke <AnalvFia, l'ript^cba, Thüren !c.) erstrecken, in der Regel auf mit Gyps überzogenen Holztafeln hergestellt wurden, so erscheinen auch die Wandmalereien auf einer sorgfältig geglätteten, im Ganzen jedoch den Unebenheiten der rohen Bruchsteinwand folgenden Mörtelschichte aufgetragen. Dem eine verhältnißmäßig dünne Schichte bildenden fetten Mörtel wurden langfaserige, zähe Gräser oder Kälberhaare beigemengt, um neben genügender Festigkeit den nöthigen Haft an den Wänden zu erzielen und das Rissigwerden zu verhüten. Die Farben sind kräftig, satt und gut deckend. In der Technik der Malereien ist ebensowenig, wie im Stil und'ihrer Detailbehandlung ein merkbarer Unterschied zwischen den aus verschiedenen Zeiten stammenden Werken nach- weisbar, ja es scheinen die Mehrzahl der Darstellungen gegenseitige Copien zu sein. Trotz des gewaltigen Umfanges der Malereien wurden die Kirchen häufig binnen einem Jahre ausgemalt, was die Thätigkeit einer größeren Anzahl von Künstlern und Arbeitern voraussetzt. Man ersieht dies deutlich an den Gemälden selbst, von welchen weder alle gleichwertig sind, noch auch die einzelnen derselben in allein dieselbe Hand zeigen. Die Köpfe sind zumeist sehr ausdrucksvoll und rühren, sowie die Hauptconception der Darstellung vom Meister her, während alles übrige durch Hilfskräfte besorgt wurde; die Staffage namentlich erscheint immer recht handwerksmäßig durchgeführt. Das Ganze wirkt aber trotzdem infolge der ziemlich gleichmäßigen Vertheilnng der gesättigten Farben im Halbdunkel der Jnnenräume und auch im Äußern harmonisch und ruhig. In der Bukowina stand die Wandmalerei schon sehr frühzeitig in Übung. So stammen die noch sichtbaren Reste an der 1401 erbauten älteren Klosterkirche zu Watra- Moldawitz a, wenn nicht schon aus dieser Zeit, so doch spätestens aus dem Jahre 1531, in welchem die Kirche zu Grunde ging. Es zeigen ferner die Ruinen der bezüglich ihrer Bauzeit allerdings noch nicht bestimmten Kapelle am alten Fürstenschlosse zu Suczawa, sowie an der alten, 1513 verfallenen Mirautzer Kirche ebendaselbst Reste fignraler und
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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