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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 454 -
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454 Jkonostasis herrührenden sein, darunter die Muttergottes auf dem Throne und die heilige Dreifaltigkeit; ferner wohl auch noch drei auf Leinwand gemalte alte Bilder, nnd zwar Christus am Kreuze, Maria als Trösterin der Leidenden und das große Bild mit dem heiligen Abendmahle. An dem oft erwähnten Gemälde mit der Darstellung des Klosters Putua aus dem XVlll. Jahrhundert ist so recht deutlich zu erkennen, daß die Maler in der Wiedergabe von Gebäuden und Landschaften, überhaupt von nicht figürlichen Objecten nur wenig Schulung bekunden. Eine ganz abweichende Behandlung der Wandmalerei zeigt die Kirche in Horecza, welche, wie schon früher bemerkt, auch in den architektonischen Details fremdartigen Charakter besitzt und welche, wie als Baudenkmal, so auch bezüglich der Wandmalereien gewissermaßen den Übergang von dem alten moldauisch-byzantinischen Stile zur modernen Kunst in der Bukowina bezeichnet. Die völlig im Geiste des Barock- stils gehaltenen Malereien an derselben, sowie in der über der Vorhalle gelegenen St. Georgskapelle, leider vielfach durch Restaurationen beschädigt, bekunden, wie beispiels- weise das jüngste Gericht, der heilige Georg und dergleichen, einen gewiegten wohl fremden Künstler, dessen Name bis jetzt nicht ernirt werden konnte. Nachdem im XVIII. Jahrhundert das gesammte künstlerische Leben in der Bukowina stagnirt hatte, empfing die Kunst neuen Impuls, als das Land der österreichischen Monarchie einverleibt wurde. Czernowitz, das bisher an der Kunstentwicklung keinerlei Antheil nahm, wird als neue Landeshauptstadt der Mittelpunkt einer, wenn auch vorerst ganz bescheidenen Kunstbewegung, welche zunächst durch die Errichtung zahlreicher Gebäude für die Verwaltungs-, militärischen und kirchlichen Oberbehörden, die hier ihren Sitz erhalten, für Bildungsanstalten, sowie für die rasch zunehmende Bevölkerung inangnrirt wird. Es entstanden das alte griechisch-orientalische Residenzgebäude (1782), ferner das Militär-Stationscommando, im Jahre 1843 das Rathhaus mit seinem 45 Meter hohen Thurme; es wird eine Reihe von Amts-, Wohn- und Geschäftshäusern am sogenannten Ringplatze und in den anschließenden Hauptstraßen, alle schlicht und einfach, zumeist aber in sehr solider Bauart, errichtet. Gleich einfach erscheint die verhältnißmäßig kleine, im Jahre 1826 geweihte katholische Kirche zur heiligen Kreuzerhöhung, ein Renaissancebau mit einem Thurme über der Vorhalle, gehalten. Als erstes, in architektonischer Beziehung hervorragendes Bauwerk in Czernowitz, überhaupt in der Bukowina, ist die griechisch-orientalische erzbischöfliche Kathe- dralkirche zum heiligen Geiste (Domkirche) zu bezeichnen, welche in der kleeblatt- förmigen Grundrißdisposition dem Stil der moldauisch-byzantinischen Gotteshäuser folgt, im Übrigen aber die reinen Formen der italienischen Renaissance zeigt. Der Bau ist relativ sehr groß: Haupt- und Querschiff messen im Lichten über 11 Meter an Breite; die Gesammt- länge beträgt rund 56 Meter, die größte Breitenausdehnung an 30 Meter; er besitzt an den
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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