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Wien; seitens des städtischen Bauamtes außer Volksschulen und verschiedenen cominnualen
Bauten die große Albrechtskaserne errichtet, während dnrch Gewerbeschnl-Fachlehrer zahl-
reiche Kirchen, öffentliche und Privatgebäude und dergleichen, sowie die Bauten der im
Jahre 1886 abgehaltenen Landesausstelluug in Czernowitz; durch den Gewerbeschuldireetor
I. Laizuer iusbesouders das Gewerbeschul-Gebände, das allgemeine Landeskrankenhaus,
das Gewerbemuseum, sämmtlich im Stile der Renaissance gehalten, ferner 1893 bis 1894
die gothische Hallenkirche zum heiligen Herzen Jesu mit dem 60 Meter hohen Thurme
entworfen wurden. Eine größere Zahl von Gebäuden (Kirchen, Wohlthätigkeitsanstalten ?c.)
ist im ganzen Lande anläßlich des 1898 eintretenden fünfzigjährigen Regierungsjnbilünms
unseres Kaisers im Entstehen begriffen.
Aus Suczawa mag eines alten, typischen Bojarenhanses gedacht werden, das der
Tradition gemäß im Jahre 1783 Kaiser Josef II. als Hoflager diente, ferner der großen,
1842 eingeweihten römisch-katholischen Kirche. Kleinere römisch-katholische Gotteshäuser
wurden in Sadagöra, Sereth, Kotzmau, Kaczika, Gurahnmora und Kimpolung (1826), in
Hadiksalva und Andrässalva (1857), evangelische Kirchen unter anderen Orten in Radautz
(1826) und Czernowitz (1847 bis 1849, nach Plänen I. Engels) errichtet; eine große
Lippowaner Kirche besteht in Fantäna alba, während mau iu jüngerer Zeit zahlreiche
größere und kleinere griechisch-orientalische Gotteshäuser erbaute, von welchen wir die in
Russisch-Bauilla, Stvrozynetz, Kaczika und Pozoritta, sowie das in Kimpolung hervorheben
wollen, zu welch' letzterem weiland Kronprinz Rudolf im Jahre 1887 den Gruudsteiu legte.
Der Vollständigkeit halber muß noch der Wohnhauser auf einzelnen Gnts-
besitznngen gedacht werden, unter welchen die in Waszkontz am Sereth, Czerepkontz,
Strojestie, Jakobestie, Kostina, Sadagöra, Stefaniwka und iusbesouders das reizende,
im normänuischen Stile errichtete, mehr oder weniger dem Schlosse Miramar nachgebildete
Gutshaus in Bndenitz zu nennen sind.
Die jüngere Plastik in der Bukowina beschränkt sich im Allgemeinen auf die
Herstellung der decorativeu Details für Architekturwerke. Als Arbeit von künstlerischem
Werth ist in dieser Beziehung die Gruppe des Giebelfeldes am jonischen Portiens des
sogenannten Cursalons zu Czernowitz, Diana im Bade vorstellend, zu erwähnen. Ein edles
Werk der freien Plastik ist das 1875 zur Feier der hundertjährigen Vereinigung der
Bukowina mit Österreich errichtete Austria-Deukmal. Es ist über acht Meter hoch; die
Hauptfigur aus Carrara-Marmor, die Reliefs aus Bronze. Der Entwurf rührt vom
Bildhauer Professor Carl Pcckary her; als Mitarbeiter betheiligten sich an der Ausführung
Architekt C. Hofer, Bildhauer C. Morak und Bronzegießer C. Turbain. 1897 wurde im
städtischen Volksgarten die Büste des Dr. Const. Tomaszczuk, der sich als Mitbegründer
der hiesigen Universität und Politiker viele Verdienste erwarb, aufgestellt. Die figurale
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Bukowina, Band 20
- Titel
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Untertitel
- Bukowina
- Band
- 20
- Herausgeber
- Erzherzog Rudolf
- Verlag
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Ort
- Wien
- Datum
- 1899
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 15.14 x 21.77 cm
- Seiten
- 546
- Schlagwörter
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Kategorien
- Kronprinzenwerk deutsch