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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 464 -
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464 Zu Beginn der Fünfziger-Jahre des Jahrhunderts machte sich in den landwirthfchaft- lichen Kreisen, vornehmlich bei dem Großgrundbesitze, ein regeres Streben nach Fortschritt und bei richtigerer Erkenntniß der Interessengemeinschaft ein stärkeres Solidaritätsgefühl geltend. Diesen Umständen verdankte der im Jahre 1854 von Doctor Christoph Ritter von Petrowicz gemeinsam mit mehreren gleichgesinnten Großgrundbesitzern und anderen Persönlichkeiten gegründete, heute «och wirkende Verein siir Landescnltnr sein Entstehen; diesen Bestrebungen schlössen sich zum Theile auch die griechisch-orientalische Geistlichkeit und die Pächter der Religionsfonds- und Domänengüter an. Der Bauer blieb von dieser Bewegung anfangs unberührt; er begegnete jedem Versuche einer Neuerung und Besserung mit Mißtranen und zwar um so mehr, als die obigen Versuche von dem ehemaligen Grundherrn ausgingen. Eins wurde aber dem Bauer, nachdem der erste Taumel der Freiheit vorüber war, dennoch klar, nämlich daß er wieder arbeiten müsse. Dadurch daß der Staat, das Land und die Gemeinde an ihn mit immer steigenden Anforderungen, die erfüllt werden mußten, herantrat, war er zu größerer Arbeitsleistung auf eigenem Grund und Boden und zum Verdienste durch Arbeit beim ehemaligen Grundherrn gezwungen. Harte Lehrjahre waren für den Bauernstand die Nothjahre 1866, 1867 und theil- weise 1868. War der Bauer zuvor gewohnt gewesen, in Nothjahren vom Grundherrn mit Brod und Früchten unterstützt zu werden, so war dieser hiezn nun nicht mehr verpflichtet, und wenn auch das Land zur Linderung des Nothstandes eingriff, so mußten doch die Kleingrundbesitzer solidarisch für die ratenweise Rückzahlung des Nothstandsdarlehens haften uud dieses Darlehen in einer Reihe von Jahren zurückzahlen. Die uuniittel- baren Folgen der Nothjahre waren eine übermäßige Verschuldung des Bauernstandes, der den Bvdenwncherern in die Hände fiel, die Pareellirnng und Zersplitterung des bäuerlichen Grundbesitzes, welche durch die im Jahre 1868 im Landesgesetzgebungswege erfolgte Aushebung der den freien Verkehr mit Grnnd und Boden und das Zerschlagen der Bauernwirthschaften theils untersagenden, theils einschränkenden Vorschriften, sowie durch den Mangel an Capital und an Credit gefördert wurde, ferner zahlreiche Noth- und Zwangsverkäufe. Tausende von Existenzen gingen unter dem Drncke dieser Verhält- nisse zu Grnnde. Dieser Druck wirkte aber gleichzeitig insofern wohlthätig, als die Bauern einzusehen anfingen, daß es mit der bisherigen Art des Wirthschaftsbetriebes nicht weiter gehe, daß sie mehr als bisher arbeiten, ihre Arbeit besser verwerthen und Grund und Boden rationeller und intensiver ausnützen müßten. In dieser Periode entstanden aus den in den Nothjahren nnd unmittelbar nach denselben ausgekauften Bauerngründen zahlreiche Wirthschaften mittlerer Größe als Zwischenstufe zwischen den Latifundien und dem Kleingrundbesitze. Der Bauer griff nach
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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