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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 468 -
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468 der der italienischen Polenta ähnlichen „Mamaliga", und zum Brode, die Bohnen (Fisolen), das Öl aus den Körnern der Sonnenblume, den Hanf znm Gewebe für seine Kleidung, Kürbisse, Maisstroh und die entrebelten Maiskolben zum Viehfutter, die beiden letzteren in holzarmen Gegenden auch zum Brennmaterial. Vorwiegend wird, mit Ausnahme der Gegend am unteren Laufe des Suczawa- flusses, wo in Folge günstigerer klimatischer Verhältnisse der großkolbige rumänische Mais gedeiht, von den Bauern ein kleinkolbiger gelber Mais, der sich als besondere Bnkowiner Maisspecies herausgebildet hat, von den Großgrundbesitzern aber ein ganz kleinkolbiger Mais, sogenannter Cinquantin, gebaut. Diese beiden Sorten reisen früher und sicherer als der großkolbige rumänische Mais, geben aber viel geringere Erträge als dieser. Der Mais wird überall breitwürfig gebaut, schon aus dem Grunde, weil die Felder nie ausschließlich mit Mais, sondern wie bereits erwähnt, auch mit Bohnen, Hanf, Kürbissen, welche meistens reichliche Nebenernten liefern, bestellt werden. Die Gewinnung von Grünmais als Futter ist in der Bukowina nahezu gar nicht üblich. Wegen der vielen Handarbeit, welche die Maiscultur, bei zweimaligem Behacken, Schneiden und Schälen erfordert, und weil in den Sommermonaten gewöhnlich starker Mangel an Arbeitskräften in Folge des Zuges der einheimischen Arbeiter nach Rumänien nnd Rußland, wo dieselben besser gezahlt werden, herrscht, wird die Maiscultur und Fechsnng von den Besitzern und Pächtern der Latifundien, die große Flächen mit Mais bebauen, an Kleinwirthe und Häusler gegen ein Drittheil der Ernte vergeben, oder es werden auf diese im Frühjahre, Sommer und Herbste zu verrichtenden Arbeiten in den Wintermonaten, in denen beim Bauer das Bargeld knapp ist, Vorschüsse auf Accordarbeit für bestimmte Flächen geleistet. Die erstere Art der Arbeitsvergebung ist in den nördlichen Landestheilen, dem Duiesterplateau, im Pruththale, die letztere in den übrigen Landes- theilen die übliche. Da bei diesen Accordarbeiten, welche auch häufig bei der Fechsung der Gerste und des Hafers stattfinden, die betreffenden Feldstücke alljährlich im Detail vermessen werden müssen, um jedem Arbeiter die von demselben zu bearbeitende Fläche zuweisen zu können, so dürfte es nicht ohne Interesse sein, die Art und Weise dieser seit unvordenklichen Zeiten in der Bukowina, wie in Rumänien, üblichen Vermessung und das Feldmaß kennen zu lernen, das es dem selbst auf der allerprimitivsten Culturstufe stehenden Feldarbeiter, der vom Addiren und Multiplicireu keine Ahnung hat, ermöglicht, auch unregelmäßig abge- grenzte Feldstücke mit ziemlich großer Genauigkeit zu vermessen. Das erwähnte übliche Flächenmaß ist die sogenannte „Faltsche", das nicht, wie sonst jedes Flächenmaß, als Quadratmaß, sondern als ein Riememnaß gedacht ist. Die „Faltsche" stellt einen Grund- streifen von vier „Praschinen" (eine „Praschine" gleich 3 Wiener Klafter) Breite und
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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