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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 469 -
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409 80 Praschinen Länge dar. So ein achtzigster Theil der Länge bei vier Praschinen Breite wird eine „Feldpraschiue" genannt, welche demnach eigentlich eine Fläche von vier Quadrat- praschinen ist, also 36 Quadratklafter, wornach sich die „Faltsche" als eine Fläche von 2.880 Quadratklafter darstellt. Jedes größere Grundstück wird nun in solche Streifen von je vier Praschinen Breite getheilt und werden von der fortlaufend gemessenen mittleren Länge dieser Streifen je 80 „Praschinen" als eine „Faltsche" durch Einkerbungen auf einem Holzstücke verzeichnet und so die Gesammtzahl der „Faltschen" und der etwaige Überschuß an Feldpraschinen, die das ganze Grundstück enthält, ermittelt. Bei kleineren, in der Regel schmalen langen Grundstücken wird aber aus jede Länge von vier Praschinen die entsprechende mittlere Breite gemessen, jede Breite an die vorherige anschließend gezählt und so die Gesammtzahl der Feldpraschinen, die das Grundstück enthält, gefunden. Als Maß wird eine drei Wiener Klafter lange Stange benützt, wobei der Endpunkt der auf den Boden gelegten Stange jedesmal durch einen Gehilfen mit dem Grabscheit oder einem Stocke bezeichnet wird. Die Maisernte erfolgt im Monat October; sind die Maisfelder abgeräumt und Stengel sammt Kolben eingebracht, dann geht es an das Brechen und Entschälen der letzteren. Der Gutsbesitzer und Pächter ladet die Leute aus dem Dorfe, der Bauer Nachbarn und Befreundete ein; sie werden bewirthet nnd verrichten gemeinsam die Arbeit (Klaka) ohne besondere Entlohnung. Die entschälten Kolben werden in den zumeist aus Weidenruthengeflecht, in größeren Wirthschaften aus Holzlatten hergestellten Maiskörben, die der Lnft freien Durchzug lassen, aufbewahrt. Der Durchschnittsertrag des Maises beträgt 12 bis 15 Metercentner per Hektar an Körnern und 10 bis 13 Metercentner Stroh; die durchschnittliche jährliche Gesammtprodnction der Bukowina an Mais beträgt eine Million Hektoliter. Nächst dem Mais ist in der Bukowina der Hafer die meist gebaute Körnerfrucht, mit der nahezu 15 Procent der Gesammtackersläche bestellt sind. Die Gerste, und zwar ausschließlich Sommergerste wird auf 11 4 Procent der Gesammtackerfläche des Landes gebaut. Vorwiegend werden die zweizeiligen Malz-Gersten- sorten, die in neuerer Zeit die früher allgemein verbreitete fechszeilige Gerste verdrängt haben, gebaut; doch ist die Bukowina mit ihren exceffiven, dem Steppenklima sich nähernden klimatischen Verhältnissen für den Anbau feinerer Gerstensorten minder geeignet, weshalb auch feinere Braugerste nur selten erzielt wird. Für den Roggenbau werden im Lande 8 bis 10 Procent der Gesamintbodenfläche verwendet; im Flach- uud Hügellande wird vorwiegend Winter-, im Vorgebirge vorwiegend Sommerroggen, im Gebirge ausschließlich letzterer gebaut. Früher wurde hauptsächlich eine kleinkörnige russische Sorte des Winterroggens, welche selten auswinterte und meist
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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