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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 474 -
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474 Fruchtfolge zu binden. Dabei ist der Großgrundbesitzer, beziehungsweise der Pächter bestrebt, die in einer bestimmten Gegend besonders beliebte, weil daselbst besser gedeihende Frucht, so im Dniestrplateau den Weizen, im Pruth- und unteren Czeremoszthale den Mais, in den mittleren fruchtbaren Gebieten den Hafer in thunlichst großer Ausdehnung zu bauen. Da Weizen und Mais unter den allgemein gebauten Körnerfrüchten die anspruchsvollsten sind, so erfolgt wenigstens ein Theil des Anbaues dieser beiden Früchte in die frisch gedüngte Brache oder mindestens in das zweite Feld, der andere oft größere Theil des Anbaues erfolgt nach dieser oder jener Frucht, wo man eben den Boden noch für kräftig genug hält. Beim Kleinwirth geht das ganze Streben überhaupt dahin, möglichst viel Mais zu bauen. Die regelmäßige Düngung der Felder hat in den meisten Gegenden noch lange nicht die erforderliche Ausdehnung erlangt. Obwohl die Groß- und Kleinwirthe in letzter Zeit sich fürsorglicher auf die Erhaltung der Bodenkraft durch Stalldünger verlegen, so läßt doch im Großen und Ganzen sowohl die Düngerproduction, als auch die Behandlung des Düngers noch viel zu wünschen übrig, da die Sommerstallfütterung des Rindes weder beim Groß- noch Kleinwirth üblich ist. Nur auf jenen Gütern des Großgrundbesitzes, auf denen Branntweinbrennerei mit Ochsenmast oder trockene Ochsenmast betrieben wird, erreicht die jährliche Düngerproduction nahezu das thatsächliche Ersorderuiß. In manchen besser geleiteten landwirthschastlichen Betrieben des Großgrundbesitzes ist in neuester Zeit die Verwendung von Kunstdünger, insbesondere von Knochenmehl und Phosphaten, in Aufnahme gekommen. Die mechanische Bodenbearbeitung befindet sich, wiewohl in den letzten 25 bis 30 Jahren manches besser geworden ist, noch immer auf einer recht rückständigen Entwicklungsstufe. Eine nahezu abergläubische Scheu hält die bäuerlichen Kleingrund- besitzer durchwegs, indeß auch den Großgrundwirth noch häufig genug, von jeder Vertiefung der Ackerkrume, ja überhaupt von jeder etwas tieferen Ackerung zurück, so daß dieselbe gewöhnlich nur auf 10 bis 12 Ceutuneter.Tiefe vorgenommen wird und Ackerungen auf 16 bis 18 Ceutimeter Tiefe nur selten vorkommen. Untergrundwühler oder Untergrundpflüge werden nirgends angewendet. Zur Ackerung bedient man sich in neuester Zeit am häufigsten eines einfachen leichten eisernen Pfluges mit Holzgrindel und einfachem Vordergestell; die Großwirthe bevorzugen den Sackischen Universalpflug mit vorderer Schälschar. Zum Pflügen, wie zu den wirthschaftlichen Arbeiten überhaupt, werden auf den großen Güterwirthschaften sowohl Ochsen als auch Pferde gehalten. Gewöhnlich wird von den ersteren die doppelt so große Anzahl verwendet und die Ackerung mit einem Ochsenviergespann vorgenommen. Der Bedarf an Zugthieren auf diesen großen Wirthschaften wird mit je acht Ochsen
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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