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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 475 -
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475 und vier Pferden per 100 Joch Ackerland angenommen. Der Kleinwirth behilft sich bei den Zugarbeiten mit Pferden oder Ochsen, je nachdem er sich diese oder jene leichter zu beschaffen im Stande ist. Der reichere rumänische und ruthenische Bauer verwendet zur Arbeit lieber Ochsen, hält auch sehr viel ans die Anzucht schöner großer Thiere, die er bei den Feldarbeiten sehr schonend behandelt. Die deutschen Colouisten arbeiten zumeist mit den von ihnen selbst gezogenen Pferden von stattlicher Größe und bedeutender Leistungsfähigkeit. Geeggt wird mit einer recht irrationell constrnirten Egge mit vier bis fünf kurzen und einem längeren Holzbalken, an welchen das Ortscheit angebracht ist, und hölzernen, selten eisernen beweglichen Querleisten, so daß sich eine solche Egge im Gange nach den natürlichen mechanischen Gesetzen in ihren Balken insolang verschiebt, bis dieselben sich auf den geringsten Widerstand, das ist, einzelne Gruppen der Eggenzacken sich in Reiheu hintereinander stellen; in Folge dessen bleiben recht breite Streifen des Ackers unbearbeitet. Zweimaliges Ackern als Borbereitung für die Saat findet nur bei Weizen und Raps, bei Kartoffeln und Rüben statt; die übrigen Früchte werden stets nur nach einmaliger Ackerung angebaut. Ist der Boden zu schollig, so wird in der Regel nur mit dem Handschlegel nachgeholfen, da Riegel und Stachelwalzen nur in den nördlichen landwirthschaftlich fortgeschrittenen Landestheilen beim Großgrundbesitze im Gebrauche sind. Beim Eggen werden meistens nur zwei Striche, einer der Lange, einer der Quere nach, vorgenommen; das Anwalzen der Saat mit der platten Walze ist auch nur in den eben erwähnten Landestheilen, in denen auch die breitwürsigeu und Drillsäemaschinen häufiger verwendet werden, üblich. In den Wirthschaften des Großgrundbesitzes sind selbst- verständlich ausgebildetere Bodeubearbeituugsgeräthe im Gebrauche. Zur Fertigstellung der Marktwaare dienen Getreideputzmühlen und sind solche einfacherer Coustruction auch bei den Kleingrundbesitzern in Verwendung; da die Anschaffung einer solchen Putzmühle für jeden einzelnen Kleingrundbesitzer zu kostspielig ist, so ist es gebräuchlich, daß die reicheren Grundwirthe Putzmühlen kaufen und selbe dann an die minder Bemittelten gegen ein gewisses Entgelt verleihen. Beim Großgrund- besitze werden auch Trieurs und Sortircyliuder für das Reinigen und Herrichten des Getreides gebraucht. Häcksel- und Rübenschneidmaschinen sind, insbesondere die ersteren, auch beim Kleingrundbesitzer stark verbreitet. Nicht unerwähnt darf die in der Bukowina gebräuchliche Handmühle (öoina) gelassen werden, deren sich der Bauer, ob reich ob arm, zur Erzeugung seines täglichen Bedarfes an Maismehl und Maisgraupen bedient. Diese Handmühle besteht aus zwei in ein Holzgestell eingefaßten kleinen Mühlsteinen von 40 bis 45 (Zentimeter Durchmesser; in dem oberen Stein ist nahe der Peripherie eine kleine runde Vertiefung angebracht, in welche ein mit dem oberen Ende in das
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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