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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 481 -
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481 Nordwestlich und 24 Kilometer von Radautz entfernt, liegt der für die Landes- pferdezucht der Bukowina errichtete Hengstenposten Ober-Wikow. Die bei diesem Posten eingetheilten Hengste entstammen der Mehrzahl nach der Radautzer Zucht. Es sind hier der englische Halbbluthengst und der Halbblutaraber größeren Schlages sür die deutschen Colonisten, der leichte Araber und Lippizauer für die kleinen Landschläge des rumänischen und ruthenischen Landmannes, der Huzule für die als Saumthiere ausgezeichneten Gebirgsponnies des ruthenischen Gebirgsbewohners in entsprechender Anzahl vertreten. Der Gesammtstand der in Ober-Wikow eingetheilten Hengste beträgt 86 Stück, wovon 15 Stück der Huzulenrace sich in Privatpflege befinden. Rindviehzucht. — Die Bukowina besitzt in ausgedehntem Maße die für die Rindviehzucht günstigen natürlichen Bedingungen und war die Rinderhaltung stets eine beträchtliche. Nach der Zählung vom Jahre 1890 besaß die Bukowina 242.400 Stück Hornvieh, darunter 120.254 Kühe und 75.844 Ochsen, 41.046 Stück Jungvieh. Auf je 100 Hektar Ackerlandes kommen in der Bukowina 43 3 Rinder; mehr als die Hälfte sämmtlicher Viehbesitzer haben nur bis zwei Stück Hornvieh, ungefähr 3 Procent mehr als zehn Stück, der Rest von ungefähr 40 Procent der Viehbesitzer hat drei bis zehn Stück. Bis in die jüngste Zeit war in der Bukowina das langhornige graue Rind der podolischen Steppenrace das am meisten verbreitete; in den Gebirgsgegenden hat sich bis heute das kurzhornige Braun- oder Grauvieh, wie man es in den westlichen Alpengegenden in Vorarlberg, Nord- und Westtirol findet, erhalten, doch ist es Hierlands infolge kümmerlicher Haltung, mangelnder Pflege und infolge der Ungunst des Klimas in der Entwicklung zurückgeblieben. Farbiges und zwar rothes Vieh, nach den noch vorhandenen spärlichen Resten zu urtheilen, Zillerthaler, wurde in den Dreißiger-Jahren dieses Jahrhunderts auf die Staatsgestüts-Wirthschaft in Radautz importirt und fand von hier aus Verbreitung in der Umgebung von Radautz und bei den deutschen Ansiedlern. Von Großgrundbesitzern wurde namentlich in Kotzman und im StoroHynetzer Bezirke Holländer Vieh importirt und gehalten, wovon geringe Überbleibsel noch heute vorhanden sind. Größtentheils wurde das graue Vieh aus Südrußland und der Moldau bezogen, darunter viel Jungvieh zur Aufzucht und Vieh zur Mästung. Ungeachtet der gegen beide Länder an den Grenzen errichteten Contnmazanstalten wurde der Viehstand der Bukowina alljährlich mehr oder minder von der Rinderpest heimgesucht; die verhältnißmäßig billigen Beschaffungskosten des Rindviehes in Bessarabien und der Moldau, die stete Gefährdung des hierländigeu Hornviehstandes durch die Rinderpest, ließen nun die eigentliche Zucht des Rindes im Lande selbst nicht lohnend genug erscheinen und waren die Hauptursachen, warum man sich mehr mit der Aufzucht importirten Viehes und mit der Viehmastung als mit der Zucht selbst beschäftigte. Bukowina. 31
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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