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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 482 -
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482 Nach und nach begann man jedoch einzusehen, daß das graue Steppenvieh, ungeachtet seiner Genügsamkeit, seiner Widerstandsfähigkeit gegen die Ungunst der klimatischen Ver- hältnisse und seiner Ausdauer als Arbeitsvieh, wegen des späten Eintrittes der Reife in die wirthschaftlichen Verhältnisse nicht passe. Zu Beginn der Siebziger-Jahre ging man auch daran, die Zucht im Lande selbst zu heben und zwar die eines besseren und edleren Vieh- schlages. Die ersten Versuche gingen vom Vereine für Landescultur aus, der mit Zuhilfenahme der ihm von Ackerbau-Ministerium zur Verfügung gestellten Staatssubventionen in einzelnen Gemeinden Zuchtstiere — theils Mürzthaler, theils Berner nnd Pinzganer — aufstellte. Die Erfolge waren meist sehr günstige, die Kreuzuugsproducte des grauen einheimischen Viehes mit Mürzthaler, später mit Berner und Pinzganer, bewährten sich und in jenen Gegenden, wo durch eine längere Reihe von Jahren solche Stationsstiere aufgestellt waren, wurde das graue Steppenvieh nach und nach verdrängt und fand selbst die bäuerliche Bevölkerung, die anfänglich von dem Aufgeben des grauen Viehes nichts wissen wollte, an dem farbigen und Fleckvieh Gefallen und Lust zur Zucht desselben. Ein gänzlicher Umschwung der Verhältnisse trat im Jahre 1882 in Folge der gegen Rußland und Rumänien eingeführten Grenzsperre ein. Um den Ausfall an dem aus diesen Ländern bisher importirteu Vieh wenigstens theilweise auszugleichen und um im Lande selbst die Zucht eines besseren Viehschlages zu begründen, wurden 200.000 Gulden als Staatsvorschuß zur Beschaffung von Hornvieh bewilligt und es erfolgte ein Massenimport von Vieh westindischer Schläge: Berner, Pinzgauer, Pusterthaler, Kuhländer n. s. w. Die ziemlich planlose Durchführung des Importes und der Zntheilung des importirten Viehes einerseits, anderseits aber der Umstand, daß die Maßregel der Grenzsperre und die Einführung neuer Viehschläge, die, was Haltung, Pflege, Stallungen und Fütterung und auch Klima betrifft, an günstigere als die hiesigen Verhältnisse gewöhnt waren, die Bevölkerung, insbesondere die Klein- grundbesitzer ganz unvorbereitet trafen, brachten es mit sich, daß ein Gemisch aller möglichen Kreuzungen hervorgerufen wurde und ein großer Theil des importirten Viehes einging. Eine weitere Folge der Grenzsperre und der Fehlernten an Heu in den Jahren 1889 und 1890 war der Rückgang in der Gesammtzahl der Hornviehstücke, der bei der Zählung vom 31. December 1890 gegenüber den Ergebnissen früherer Zählungen zu Tage trat; freilich darf nicht vergessen werden, daß dem quantitativen Rückgange ganz beträchtliche qualitative Fortschritte in der Zucht gegenüber stehen. Denn wenn auch die mit dem Importe westindischen Hornviehes erzielten Erfolge nicht ganz dem hierauf verwendeten Kostenauswaude entsprachen, so blieb noch einiges gutes Zuchtmaterial im Lande, es ent- standen mehrere Reinblutzuchteu von Bernern bei den Großgrundbesitzern und die Pinzgauer Zucht auf der Gestütsherrschaft Radautz, welche Reproductoreu lieferten, die vom Vereine
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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