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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 483 -
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483 für Landescultur angekauft und als Zuchtstiere in denGemeiudeu aufgestellt wurden. Solcher Znchtstierstationen gibt es jährlich durchschnittlich 80 bis 100. In dem freilich weitmaschigen Netze dieser Stationen begann sich nach und nach eine gewisse Constanz in den Kreuzuugs- producteu herauszubilden und mit Rücksicht auf dieselbe wurde in jüngster Zeit das Land gelegentlich der im Jahre 1895 erfolgten Erlassung des Landesgesetzes zur Hebung der Rinderzucht in der Bukowina in drei große Zuchtgebiete: das des Berner Viehes im Flach- und Hügellande, des Pinzganer Rindes im Vorgebirge und des Grau- und Braunviehes im Gebirge, das durch Ober-Jnnthaler Vieh eine Blutanffrischung und Veredlung erfährt, eingetheilt. Wie in allen Zweigen der Landwirthschaft muß auch bei der Viehzucht der Unterschied zwischen den Zuchten der Großgrundbesitzer und der Kleinlandwirthe festgehalten werden. Bei den Ersteren hat die Erkenntniß des Werthes vervollkommneter Viehzucht schon seit geraumer Zeit Wurzel gefaßt, bei den Kleinwirthen hingegen, mit Ausnahme der deutschen Ansiedler, beginnt diese Erkenntniß erst seit dem letzten Deceuninm Eingang zu finden. Hiezu trägt einerseits die eigene Ersahrung des Kleinwirthes, daß der Feldbau allein bei den heutigen Getreidepreisen absolut unrentabel ist, anderseits die auf die Hebung der Rinderzucht gerichtete Gesetzgebung mit ihren Anordnungen über die Lieenzirung der Stiere und deren Verwendung, über den Zwang zur Haltung der nöthigen Anzahl von Stieren durch die Gemeinden, über die Errichtung von Stammherden-Zuchtanstalten und Zuchtstationen, sowie Subveutioniruug derselben wesentlich bei. Das hauptsächliche Interesse bei der Viehzucht des Kleinwirthes ist auf die Schnitt- ochsen gerichtet, denn er zieht es in den meisten Fällen vor, männliche Kälber, die eine gute Entwicklung zu Stieren versprechen, zu verschneiden, anstatt sie aufzuziehen. Die Stallungen, die Wartung, Pflege und Fütterung des Rindes lassen bei der Mehrzahl der Kleinwirthe noch sehr viel zu -wünschen übrig. Der Bauer im Gebirge hält sein Vieh auch den Winter über im Freien: die Haltung und Fütterung im Stalle während des Sommers ist im Lande bei den Kleinwirthen gar nicht üblich, und ein beträchtlicher Theil des Viehstandes wird im Sommer aus dem Flachlande auf die Gebirgsalpen getrieben; zumeist befindet sich das Vieh vom Frühjahr bis zum Spätherbste tagsüber auf den Gemeindehutweiden, wo es seine kärgliche Nahrung sucht. Dieser trotz aller gesetzlichen Verbote noch immer bestehende freie Weidegang, wobei Viehstücke aller Art, beiderlei Geschlechtes und verschiedenen Alters, Kühe, Kalbinnen, Stierkälber sich nnter der unzulänglichen Beaufsichtigung von Kindern herumtummeln, ist somit eines der Hindernisse einer rascheren Entwicklung der Viehzucht. Auch legt der Bauer eiueu verhältnißmäßig geringen Werth auf gute Mutterthiere, denen er nicht jene Aufmerksamkeit zuwendet, die sie verdienen, und wenn schon auf etwas geachtet wird, so ist es der Stier. ZI»
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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