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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 484 -
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484 Die Milchwirthschaft spielt nur in der unmittelbarsten Nähe der Städte und bei den deutschen Ansiedlern, die Butter für den Handel erzeugen, eine Rolle; bei der länd- lichen Bevölkerung wird die gewonnene Milch zumeist in der Familie consumirt. Die Haltung und Zucht der Schweine ist in der Bukowina eine sehr beträchtliche und allgemein verbreitete. In den Bezirken Czernowitz, Kotzman, Sereth, Snezawa und Radautz wird die Schweinezucht von den Kleinwirthen sehr schwungvoll betrieben; über 92 Procent der Schweinebesitzer halten nur zwei bis fünf Stück. Da von Händlern viel Schweine für den Export nach den westlichen Ländern aufgekauft werden, die Händler im Lande herumreisen, die Producenten aufsuchen und bei ihnen die Thiere aufkaufen, so ist die Aufzucht der Schweine für die Kleinwirthschaft lohnend und bildet für sie eine nicht unbedeutende Einnahmsquelle. Der Stand der Schweine ist im steten Zunehmen begriffen und betrug im Jahre 1890 131.783 Stück. Die früher allgemein verbreitete große ungarische und die kraushaarige moldauische Schweinerace, die sich wegen ihrer allzulangsamen Entwicklung für die geänderten wirthschaftlichen Verhältnisse nicht mehr eignete, wurde namentlich im Flachlande und in jenen Bezirken, wo die Schweinezucht intensiv betrieben wird, durch Kreuzungsproducte mit englischen Schweineracen, Jorkshire und Liueolnshire, die importirt werden, bedeutend verbessert. Der Verein für Landes- cultur und die landwirthfchaftliche Mittelschule in Czernowitz besitzen reinblütige englische Schweinezuchtherden, aus denen Eberferkel und Züchtiunen abgegeben werden. Die in der Bukowina gezüchteten und gehaltenen Schafe gehören einer grobwolligen Race an; vorwiegend sind es die Kleinwirthe, die sich mit der Zucht und Haltung der Schafe abgeben. Größere Herden von über 50 Stück kommen selten vor. Am stärksten ist die Schafzucht in den Gebirgsgegenden und von den 176.000 Stück, die im Jahre 1890 gezählt wurden, entfällt die Hälfte auf die dem Gebirgslande zugehörenden Gerichtsbezirke Dorna, Kimpolung, Seletin, Putilla. Im Flachlande werden auf dem Dniestrplatean im Bezirke Zastawua und am unteren Laufe des Suczawaflusses im Gerichtsbezirke Suczawa ziemlich viel Schafe gehalten. Vielfach ist dem Bnkowiner Bauer das Schaf unter den Prodneten des Thierreiches das, was der Mais unter den Produeten aus dem Pflanzenreiche ist. Die Wolle wird von den Bäuerinnen versponnen nnd zur Erzeugung des groben Tuches, aus dem die Oberkleider der Männer, Weiber und Kinder angefertigt werden, verwendet; aus den Lammfellen werden die allgemein getragenen schwarzen Lammfellmützen gemacht, die Milch dient zur Erzeugung des auch im Handel stark verbreiteten Schafkäses ans dem Fleische der im Herbste geschlachteten älteren Thieren wird ein zähes Rauchfleisch erzeugt. Sehr allgemein verbreitet ist die Geflügel- insbesondere die Hühnerzucht, die, da Hühnereier viel gesucht und nach Deutschland exportirt werden, immer mehr zunimmt;
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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