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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 494 -
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494 Wassersägen errichtet worden. Selbstverständlich waren diese Sägen durchwegs von der primitivsten Art, sogenannte wallachische Sägen; erst mit dem Exporte des Schnitt- materiales machte sich das Bedürfnis geltend, behufs Erzeugung feinerer Waare Wasser- kunstsägen und später Dampfsägen herzustellen. Gegenwärtig befinden sich im Lande im Betriebe 31 Dampfsägen und 123 Wasser- sägen mit 146 Buudgatteru und mit 146 einfachen Gattern, mit 2.284 Sägeblättern, 144 Circnlarsägen, 6 Kopfsägen, 9 Hobelmaschinen, 1 Lattensäge, 2 Pendelsägen, 5 Bandsägen. Sie verarbeiten zusammen circa 900.000 Kubikmeter Klotzholz zu circa 500.000 Kubikmeter Schnittmateriale. In den Dampf- und Wasserkunstsägen wird der Hauptsache nach Schnittwaare für den Export nach dem Oriente und Deutschland erzeugt, während das auf den gewöhnlichen Sägen gewonnene Schnittmateriale zur Deckung des localen Consnms dient. Die Forste in der Bukowina werden hauptsächlich auf Klotz-, Bau-, Werkholz, auf Spaltholz (Resonanzholz, Dranitzen, Schindeln), Brennholz und Kohlholz aus- genützt. Aus den minderwerthigen Brennholzmassen wird Holzkohle für den inländischen Consum erzeugt. Aus den Abfällen bei der Klotz- und Bauholzerzeugung werden, soweit selbe sich hiezn eignen. Schindeln, Dranitzen und Binderholz gewonnen; das übrige harte und weiche Brennholz bleibt als Abraumholz auf den Schlagflächen nnverwerthet zurück. Wenn gegenwärtig bei den ausreichenden Commnnicationsmitteln nicht mehr zu besorgen ist, daß die Nadelhölzer keine entsprechende Verwerthung finden, da die Nachfrage um dieselben sich alljährlich mehrt, ist dagegen eine lucrative Verwerthung der massenhaften Buchenholzvorräthe derzeit nicht möglich, weil der Brennholzconfum viel zu gering ist, um die aufgespeicherten Holzvorräthe der meist überständigen Buchenforste in absehbarer Zeit einer Verwerthung zuführen zu können. In den früheren Jahren hat von der hierländigen Bevölkerung nur die rutheuische Gebirgsbevölkeruug, die sogenannten Huzulen, sich ausschließlich der Holzschlägernng und Flößerei gewidmet. Mit Ausnahme der geringen Feldarbeit im Frühjahre und zur Zeit der Ernte ist der Huzule das ganze Jahr hindurch bei der Fällung, Ausformung, Abrückuug und dem Transporte des Klotz- und Langholzes beschäftigt. Die Bevölkerung der Ebene liefert blos Arbeiter zur Schlägerung des Klafterholzes. Der Huzule ist ein flinker und tüchtiger, dabei genügsamer und gegen alle Witterungs- einflüsse abgehärteter Holzschläger; er findet im Walde in einer aus Spältlingen primitiv hergerichteten Holzhauerhütte (Koliba) sein Unterkommen und begnügt sich jahraus, jahr- ein mit der landesüblichen Speise, dem Maisbrei (Mamaliga). Tann und wann ein Stück Fleisch und öfter noch ein Gläschen Branntwein und während der Arbeit eine Pfeife Tabak befriedigen die Bedürfnisse, die ein hiesiger Holzarbeiter hat.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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