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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 505 -
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505 In diesem äußerst primitiven Zustande befand sich die Salzgewinnung am Anfange des laufenden Jahrhundertes. Die Production war eine geringe und litt überdies häufig unter dem — namentlich in der heißen Jahreszeit wiederholt auftretenden — Mangel an dem zur Erzeugung der Salzsole erforderlichen Wasser. Dem entsprechend war denn auch der Absatz des gewonnenen Salzes ein sehr geringfügiger. Die Ursache hievon war (abge- sehen von den eben erwähnten mangelhaften Werkvorrichtungen) eine doppelte, einmal der Mangel an Commuuicationsmitteln und sodann, und zwar ganz besonders, das rücksichtsvolle Auftreten der Regierung, welche der Bevölkerung der Bukowina das neu eingeführte Salzmonopol möglichst wenig drückend machen wollte und demgemäß mit kaiserlichem Patent vom Jahre 1803 denjenigen Gemeinden, auf deren Territorium natürliche Salzquellen vorkamen, das Recht des freien Solenbezuges zugestand. Das Kaezikaer Salz wurde vorwiegend in der Umgebung abgesetzt, während der größte Theil des Landes von Galizien aus mit Salz versorgt werden mußte. Die Salinenverwaltung, die den damaligen unbefriedigenden Zustand des Kaezikaer Werkes wohl erkannte, war bestrebt, Verbesserungen in der Salzgewinnung einzuführen und wandte sich zu diesem Behufe zu wiederholten Malen an ihre vorgesetzten Behörden. Da jedoch diese Verbesserungen mit namhafteren Geldopfern verbunden gewesen wären und die finanzielle Lage des Staates zu jener Zeit solche absolut nicht gestattete, so blieben die bezüglichen Bemühungen ohne Erfolg. Erst gegen das Ende der Zwanziger-Jahre wurden einige Neuerungen eingeführt; es wurden verbesserte Sudpfannen angeschafft, welche bei namhafter Erfparniß an Brennmaterial eine gesteigerte Salzgewinnung gestatteten; es wurde ein Salzmagazin gebaut und dergleichen mehr. Weitergehende Verbesserungen wurden um das Jahr 1848 eingeführt. Es wurde eine den modernen Anforderungen entsprechende Sudpfanne angeschafft und Versuche angestellt, um eiueu rationelleren Dörrproceß des Salzes zu erzielen. Für den Gruben- betrieb wurde ein neuer Plan entworfen, durch welchen ein mehr systematischer Abbau des Salzes ermöglicht wurde. Außerdem wurde, um stets über einen genügenden Wasservorrath zur Solenerzeugung zu verfügen, ein Teich angelegt, aus dem das Wasser in das Bergwerk eingeleitet werden kann. Endlich wurden in der Nähe des Sudhauses (etwas unter dem Niveau dieses Teiches) sechs große Kästen in der Erde hergerichtet, die mit dem Wasser des Teiches gefüllt werden, so daß nunmehr die Auslaugung der unreinen Stein- salzstücke, die früher — wie erwähnt — in dem Solenschachte erfolgte, in diesen Wasserkästen auf der Erdoberfläche bewerkstelligt werden kann. Die gegenwärtigen, ungefähr seit dem Ende der Siebziger-Jahre geschaffenen Werk- vorrichtungen der Saline Kaezika und der gegenwärtige Betrieb des Bergwerkes entsprechen dnrchgehends den Anforderungen der modernen Technik. Die Erzeugung beträgt jährlich
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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