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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 508 -
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508 Kirlibaba, und schon 1801 war daselbst eine Blei-Schmelzhütte sammt Rostöfen und Pochwerk vollendet. Die Reichthümer Kirlibabas lieferten nun die Mittel zur weiteren Ausgestaltung des Eisenwerkes von Jakobeny. Manz erbaute in Jakobeny einen zweiten Hochofen und vier frische Hammerwerke und erwarb überdies durch Kauf das Hammerwerk zu Boul und jenes zu Eiseuau. Das reiche Erträguiß der Kirlibabaer Blei- und Silber- gruben währte bis zum Jahre 1820. Seit jener Zeit begannen die reichen Erze zu versiegen; das Werk lieferte bald einige Überschüsse, bald wurde es mit Verlust betrieben, deckte aber im Ganzen bis 1840 noch seine Kosten. In der Zeit von 1841 bis 1859 verschlang es die namhafte Summe von 132.992 Gulden und wurde schließlich in dem letzterwähnten Jahre aufgelassen. Trotzdem blieb das Glück der Familie Manz noch einige Jahre hindurch treu. Gerade zu der Zeit, als das Erträguiß Kirlibabas zu sinken begann, und zwar im Jahre 1821 erwarb Manz vom Ärar das Kupferwerk von Pozoritta. Die Regierung hatte nämlich das dort erschürfte Kupfererzlager auszubeuten begonnen. Die gewonnenen Erze waren jedoch nicht edel genug, so daß der Ertrag des Werkes ein geringer war, und die Regierung sich entschloß, dasselbe zu verkaufen. Manz kaufte das Werk und bereits im Jahre 1823 gelang es ihm, überaus reichhaltige Adern von Kupfererzen zu erschließen, so daß das Werk in der kürzesten Zeit nicht nur seinen Kaufpreis deckte, sondern durch dreißig Jahre reine Überschüsse von 30.000 bis 80.000 Gulden jährlich lieferte. Durch diese reichen Überschüsse der Kupfergrube wurde Manz in die Lage versetzt, nicht nur die Ausfälle bei dem Blei- und Silberwerke von Kirlibaba zu decken, sondern auch noch das Eisenwerk von Jakobeny zn vergrößern, so daß seine sämmtlichen Montanwerke in den Vierziger-Jahren in höchster Blüte standen. Die Zahl der bei den verschiedenen Werken beschäftigten Arbeiter betrug zu jener Zeit 1500 bis 2000 Personen. Um diese Zeit jedoch beginnt das Blatt sich zu wenden. Das Blei- und Silberbergwerk in Kirlibaba verschlang, wie erwähnt, kolossale Summen. Hiezn kamen diverse verfehlte Werkanlagen in der Eisenbranche (Hochöfen und Walz- und Hammerwerke), die Tausende kosteten und nur wenig einbrachten. Als dann im Jahre 1855 die reichen Kupferadern von Pozoritta ausgebeutet waren, und das Kupferwerk, das noch im Jahre 1854 einen Reinertrag von 61.044 Gulden abgeworfen hatte, im Jahre 1855 ein Deficit von 21.220 Gulden ergab, da war das Schicksal der Familie Manz besiegelt; die diversen Werke wurden zwar weitergeführt, aber zuletzt blieb der Familie kein anderer Ausweg übrig, als 1862 bei Gericht um die Eröffnung des Eoncurfes (des damals in Kraft stehenden sogenannten „Vergleichsverfahrens") anzusuchen. Das „Vergleichsverfahren" dauerte von 1862 bis 1870 und endigte damit, daß der Bukowiuer griechisch-orientalische Religionsfond als stärkster Gläubiger und um die Montanwerke, an welche die Existenz
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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