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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 509 -
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509 von Hunderten von Familien geknüpft war, nicht dem gänzlichen Verfalle preiszugeben, den gesammten Besitz der Familie Mauz übernahm. Damit waren zwar die gedachten Werke in die Hand eines mächtigen und capital- starken Besitzers gelangt und war die Voraussetzung für eine gesicherte Existenz dieser Unternehmungen geschaffen, allein die Leidensgeschichte derselben war noch lange nicht abgeschlossen. Zur Leitung der Montanwerke wurde ein überaus tüchtiger junger Hannoveraner, der bereits in Manz'fchen Diensten gestanden hatte, der nachmalige (im Jahre 1890 verstorbene) k. k. Ober-Bergrath Bruno Walter berufen, allein auch diesem in jeder Beziehung ausgezeichneten Menschen und Fachmanne war es nicht beschieden, die Werke zu neuer Blüte emporzuheben. Begreiflich ist dies, denn die Manz'schen Unternehmungen wurden vom griechisch-orientalischen Religionssonde in dem denkbar desolatesten Zustande übernommen. Schon in den letzten Jahren der Manz'schen Verwaltung waren arge Fehler gemacht worden. Verfehlte Anlagen wurden errichtet, der Betrieb, speciell der Eisenwerke — der einzigen, die zu jener Zeit sozusagen noch aufrecht dastanden — war ein irrationeller. Die auf Holzkohlenfeuerung basirte Roheifengewinnnng prvducirte zu theuer; ferner wurden fast ausschließlich und ohne Rücksicht auf den beschränkten Bedarf grobe Schmiedeisensorten hergestellt, während Walzeisen und Gußwaaren, für welche die Nachfrage vorhanden war, gar nicht erzeugt wurden. Und als dann das „Vergleichs- verfahren" eingeleitet wurde und acht volle Jahre währte, wurden begreiflicherweise die diversen Etablissements erst recht vernachlässigt, so daß es geradezu als eine Riesenleistung des verstorbenen Ober-Bergrathes Walter bezeichnet werden muß, daß es ihm gelang, die montanistischen Unternehmungen des Religionssondes knapp über dem Wasser zu halten und einige Ansätze zu deren Wiederaufschwung zu schaffen. Unter der Leitung Walters gestaltete sich der Betrieb der in Rede stehenden Montan- werke, wie folgt: Der Betrieb der Blei- und Silbergrube in Kirlibaba war, wie bereits erwähnt, noch in der Manz'schen Zeit, im Jahre 1859 aufgelassen worden; trotzdem hatte Walter die Hoffnung nicht ganz aufgegeben, daß der dortige Bergbau in besseren Zeiten dereinst wieder aufgenommen werden könnte. Die Eisenwerke fristeten ein kümmerliches Dasein. Die Gewinnung von Roheisen mußte nach dem Ausbau der Bahn Krakau- Lemberg und Lemberg-Czeruowitz (letztere 1866 eröffnet) allmälig eingestellt werden, weil das Jakvbenyer Eisen rothbriichig (phosphorhältig) wax und mit dem billigeren Eisen aus Witkowitz (Mähren) und Teschen nicht concurriren konnte. Ein Hochofen in Jakobeny verblieb zwar in Thätigkeit, er wurde jedoch nur zum Schmelzen von altem Gußeisen (Brncheisen) verwendet, aus dem neue Gußwaare (Maschinenbestandtheile, vorwiegend für den eigenen Bedarf des Werkes, Kochkessel, namentlich für die Landbevölkerung, Gewichte und dergleichen) angefertigt wurde, beziehungsweise angefertigt wird. In Verbindung
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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