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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (6), Band 21
Seite - 218 -
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216 an der Stelle des alten Badehauses ein prachtvolles Schloß im altdeutschen Stile erbauen und nannte es S a s v ä r (Adlerburg). Das Wasser der Csevicze-Quelle hat infolge seines Gehaltes an Schwefelwasserstoff einen eigenthümlichen Mißgeruch, ist aber ein vorzügliches Getränk; es werden davon jährlich eine Million Flaschen gefüllt, und es wird auch in das Ausland versendet. Die Timsös-Quelle ist jedenfalls eine der größten Merkwürdigkeiten des Hevefer Eomitats; sie hat zur Entstehung eines vorzüglichen, zeitgemäß eingerichteten Kurortes geführt, der immer größer und schöner ausgebaut wird und viele Gäste anzieht. Er verfügt über zahlreiche Heilmittel: Eisen-Alaunquellen, alkalisch-schwefelige und eisen- arsenhältige Säuerlinge, eine Kaltwasserheilanstalt. Das Paräder Bad bewährt sich namentlich bei Frauenleiden vortrefflich. Die Umgebung bietet angenehme Ausflüge, so zur Glashütte am Csevicze, Silber- und Kupfermine von Recsk, in deren Nähe anch noch eine einzelne Mauer der Burg Kanäßvär steht, dann zur prächtigen Burg Sirok, 1562 erbaut und am Ende der Türkenzeit zerstört. Es wird behauptet, daß hier schon früher eine Burg des Geschlechtes Aba gestanden habe. Sirok hat außer seiner Burg noch eine Merkwürdigkeit. Es sind dies die in seiner Nähe befindlichen Steingräber , nämlich Felskegel in der Form einer Tatarenmütze, wie sie auch im Borsoder Bükkgebirge und seltener in den Comitaten Zemplen und Abaüj-Torna, namentlich bei Torna, vorkommen. Diese Gebilde aus Riolith und weichem Kalkfels scheinen Werke der Menschenhand zu sein; in ihrem Inneren sind bienenkorb- artige, längliche Räume mit Öffnungen von 50 bis 100 Eentimeter Durchmesser ausgehöhlt. Diese Öffnungen zeigen ringsum Spuren von Rahmenwerk, in dem sich Ecklöcher befinden, als hätten sie einst Thüren getragen. Aller Wahrscheinlichkeit nach sind es Bestattungsorte irgend eines Urvolkes. Von Bad Paräd, dessen Thal von dem Kanäßaljer Bache durchströmt ist, gelangt man über Dorf Sirok in das Tarnathal und darin in nördlicher Richtung nach Peterväsära . Dies ist die Hauptstadt des Palöczeuthums im Heveser Comitat. Es hat eine stattliche, zweithürmige Kirche und ein groß angelegtes altes Schloß der Grafen Keglevich. Es ist Sitz des Bezirksgerichtes und eines Stuhlrichteramtes. Unter den umliegenden Dörfern sind zu erwähnen: Näd-Ujfa lu , dann Jväd, wo fast jeder Mensch Edelmann ist und Jvädy heißt; dann Erdö-Kövesd, das der Thurm des Baron Orczy'schen Schlosses überragt, und noch nördlicher Väraßö, Jstenmezeje und an der Borsoder Grenze Szederkeny. An der Landstraße zwischen Peterväsära und Erlau liegt Bakta, das theils zum gräflich Kärolyi'scheu Fideicommiß, theils zur Besitzung des Erzbisthums Erlau gehört. Ein herrlicher Schlängelweg führt von Sirok zum Baktaer Paß hinan und von da immer durch Wälder hinab nach Bakta, von wo man in einer kleinen Stunde den Ausgangspunkt der Tour, Erlau, erreicht.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (6), Band 21
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (6)
Band
21
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1900
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.25 x 21.79 cm
Seiten
500
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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