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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (6), Band 21
Seite - 466 -
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466 sichtlich zurückgeht. Größere Flüsse sind dann noch im Norden die Bvrsa und ihr Neben- fluß Szalva, im Süden der Batar und Tur, die eine Strecke weit als natürliche Grenzen des Comitats dienen. Das Klima ist mild, um etwa 5 Grad wärmer als im benachbarten Märamarvs, und zwar weil die Berge im Osten und Norden als Schutz gegen die kalten Winde dienen. Die Hauptgewächse sind: Mais, das Hauptnahrungsmittel des Volkes, dann Weizen nnd Hafer, wogegen Roggen, Gerste nnd Kartoffeln weit weniger vorkommen. Die Fanna nnd Flora ist dieselbe wie in den Nachbareomitaten; der ebene Theil ist im allgemeinen wildarm, aber schon in den Bergen von Szöllös und Saläuk finden sich Füchse, Rehe und Schwarzwild in größerer Zahl, und in denen von Tnrcz und Tarna kommt vereinzelt auch der Bär vor. Die Bevölkerung betrug im Jahre 1891 75.461 Seeleu. Etwa die Hälfte sind Rnthenen, die übrigen Magyaren, Rumänen uud Deutsche. Kommt man ans dem Bereger Comitat über den Borzsaslnß nach Ugoesa, so ist die erste Ortschaft an der Eisenbahn Tißa-Ujlak, am linken Ufer der Theiß, mit größtentheils magyarischer Bevölkerung. Der kleine, aber sehr lebhafte und verkehrsreiche Ort ist einer der wohlhabendsten im Comitat. Die Häuser sind hübsch und sauber, die Hauptstraße hat Asphalttrottoirs. Die Bewohner sind praktische Kaufleute und geschickte Gewerbslente, die den Bedarf eines großen Umkreises decken. Die lebhaften Märkte werden auch aus den Nachbareomitaten Bereg und Szatmar viel besucht. Eine Specialität ist die Tißa-Ujlaker Schnurrbartwichse, die selbst in Amerika Absatz findet und seinerzeit von Napoleon III. benützt wurde. In kaum einer halben Stunde führt die Eisenbahn von hier nach Nagy- Szöl lös , dem Comitatssitz, mit 5187 magyarischen und rnthenischen Einwohnern. Es liegt in fruchtbarer Ebene zwischen dem Feketehegy und der Theiß. Außer seinen Kirchen sind noch das Eomitatshaus, das Franeiseanerkloster und das freiherrlich Perenyi'sche Schloß hervorragende Gebäude. Das Eomitatshaus ist ein großer, alter, schloßartiger Bau, der 1893 renovirt und erweitert wurde, so daß er jetzt für sämmtliche Ämter ausreicht. Der schöne, große Sitzungssaal enthält Bildnisse der Obergespäne und bedeutender Männer des Comitats. Vom Comitatshanse läuft die Hauptstraße aus; an ihr erheben sich der Reihe nach die resormirte, römisch-katholische und griechisch- katholische Kirche. Die römisch-katholische ist die größte und älteste. Sie bestand wahr- scheinlich schon Ende des XIV. Jahrhunderts. Zur Reformationszeit wurde sie von den Resormirten benützt, die damals in Nagy-Szöllös die Mehrheit hatten; 1690 aber fiel sie den Franeiscanern zu. 1748 wurde sie durch den Erlauer Bischof Barköczy zur römisch- katholischen Pfarre von Fanesika geschlagen und zur Erinnerung daran ist über ihrem
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (6), Band 21
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (6)
Band
21
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1900
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.25 x 21.79 cm
Seiten
500
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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