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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (6), Band 21
Seite - 468 -
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408 Hauptthore noch jetzt das Wappen des Bischofs von Erlan zn sehen. Gegenüber steht das große Franciscanerkloster, das aber nnr noch von einem Mönch bewohnt ist; die übrigen Räume werden vermiethet. Gegen das Ende der Stadt hin, nahe dem Fekete- hegy (schwarzen Berg), steht das Perenyi'sche Schloß, in einem gegen 20 Joch großen Park. Sein Erdgeschoß wurde, nach den vom Familienarchiv gelieferten Daten, Mitte des XVl. Jahrhunderts erbaut, als die kaiserlichen Truppen Franz Perenyi aus der benachbarten Burg Kaukö vertrieben und diese geschleift hatten. Im XVIII. Jahrhundert wurde dem Erdgeschoß, unter Beibehaltung der ursprünglichen, vierthürmigen Anordnung, ein barockes Stockwerk aufgesetzt. Aus dieser Zeit stammt auch die innere Ausstattung, insbesondere die Wandmalereien. Im Obergeschoß befindet sich ein 18 Meter langer Saal, dessen Deckenbild, vom Jahre 1780, die Hochzeit des Ahasverus und der Esther darstellt. An den Saalwänden hängen zahlreiche alte Familienporträts und historische Scenen. Auf einem Hügel unter dem Feketehegy stehen zwischen Weingärten die Reste der Burg Kanko, die im Mittelalter als Kloster benützt wnrde. Auf dem Gipfel des Berges befindet sich eine kellerartige, mit Wasser gefühlte Höhle. Das Volk glaubt, sie sei voll mit Gold, Edelgesteiu und anderen Schätzen, die bei irgend einem Tatareneinfall das flüchtende Volk dort zusammengeschleppt habe. Wiederholte Versuche, in die Höhle einzudringen und ihre Geheimnisse zu erforschen, blieben vergeblich. Auf dem Feketehegy stehen zahlreiche, villenartige Kelterhäuser und wächst ausgezeichneter Wein; besonders die Nagy-Szöllöser Riesling- und Bakatorweiue wetteifern an Kraft und Bonquet mit den berühmtesten ungarischen Bratenweinen. Die Landstraße umzieht den Feketehegy im Westen und steigt durch freundliche Felder und schattigen Wald zum Gipfel des Hark-Berges empor, um sich jenseits nach Veresmar t hinabzuschläugelu. Hier steht eine sehr hübsche griechisch- katholische Kirche mit schönen Wandbildern von Jgnaz Roskovies. Vom Hark-Berge hat man eine herrliche Aussicht auf die unten hingebreitete fruchtbare Ebene, in der die Theiß einem blitzenden Silberbande gleich umherzieht, und auf den Halbkreis der Berge von Kirva, Verieze und Tarna. Gegenüber erblickt man die Hnßter Burg. Die Aussicht ist eine Merkwürdigkeit des Eomitats, die auch Seine Majestät im Jahre 1852 gesehen hat. Mitten im Thale unterhalb des Berges erhebt sich ein Hügel, auf dem man etliche Trümmer sieht; sie sind das Einzige, was von dem Glänze der einst berühmten Burg Nyaläb übrig geblieben. Westlich von Nagy-Szöllös sitzt eine im Allgemeinen recht wohlhabende, meist magyarische Bevölkerung. Die größte und hübscheste Ortschaft dieser Gegend ist S al änk, in der hügeligen nordwestlichen Ecke des Eomitats, am Fuße des Hömlöez- oder Helmecz- Berges, der sich als spitze Pyramide 372 Meter hoch erhebt. Der mit mächtigem Eich-
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (6), Band 21
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (6)
Band
21
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1900
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.25 x 21.79 cm
Seiten
500
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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