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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bosnien und Herzegowina, Band 22
Seite - 428 -
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428 Holzrohre verwendet und die zumeist aus Stiftungsmitteln (Vakufs) erbauten Wasser- leitungen schlecht erhalten wurden, befanden sich dieselben nach der Occupatio» in einem elenden Zustande. Eine Eigenthümlichkeit dieser Leitungen war die Einschaltung von Terezias. Es waren dies prismatische, oft als Brunnen ausgebildete Quaderbauten, welche nebst einem kleinen Reservoir ein verticales Zuleitungs- und ein ebensolches Ableitungsrohr erhielten; der Zweck derselben war offenbar ein doppelter. Einerseits sollte der Druck auf die jeweilige Höhe der Terezia herabgemindert werden, was im Hinblicke auf das minder- werthige Leitnngsmateriale nothwendig war, anderseits bot sich so die Möglichkeit, größere Undichtigkeiten der Leitungen leicht aufzufinden, da oberhalb jenes Rohres, wo das Wasser uicht mehr bis in das Reservoir der Terezia stieg, der Fehler liegen mußte. Die zu den Wasserleitungen gehörigen Auslaufbrunnen wurden mit Vorliebe als Quaderbauten mit einfachen Profilirungen und Jnschristtafeln ausgeführt. In uoch schlechterem Zustande als die Wasserwerke wurden nach der Occupatio» alle Commnnicationen vorgefunden. Auf diesem Gebiete, wo lediglich durch das Zusammenwirken aller interefsirten Factoren ein günstiges Resultat zu erzielen war, konnte weder ein einzelner Wohlthäter, noch eine fromme Stiftung Ersprießliches leisten. Die Regierung war jedoch fast machtlos, jeder größere Grundbesitzer maßte sich Herrscherrechte an, Aufstand folgte auf Aufstand, nnd so war an ein derartiges Zusammenwirken nicht zn denken. Infolge dessen war der Zustand aller Commnnicationen ein trauriger: die Eisenbahn Banjalnka- Doberl in nicht betriebsfähig, ihre Hochbauten verfallen, die ehemaligen Pflasterstraßen (Kalderma — schöner Weg) fast unpassirbar, kleinere Brücken zerstört oder in einem höchst gebrechlichen Zustande, ganze Strecken versumpft, da Abzugsgräben mangelten:e. Von den wichtigeren Commnnicationen war, im modernen Sinne gesprochen, eigentlich keine fahrbar, doch wurde die Route Mostar-Sarajevo-Bosnisch- Brod thatsächlich befahren, nnd die türkische Regierung war seit dem Jahre 1863 bestrebt, die schwierige Strecke Mostar-Konjiea gründlich umzubauen. Trotz reichlich aufgewendeter Geldmittel und Arbeitskräfte konnte sie aber diese Ausgabe nicht bewältigen. Im Jahre 1878 waren bloß Bruchstücke der Straße und von den drei eisernen aus England bezogenen Narenta- brücken (Netzwerk) nur eine unterhalb Jablauica fertiggestellt, die zweite in Jablanica selbst in den beiden Widerlagern und jene in Mostar in einem einzigen Mittelpfeiler ausgeführt. Welches Chaos bei diesem Baue geherrscht hat, ist aus dem Umstände zu ermessen, daß die Eisenconstructionen, deren Kleinmaterial den Zigeunerschmieden nach und nach zur billigen Beute wurde, vollständig durcheinander und an den verschiedenste» Punkten zerstreut lagen. Entwürfe und Eonstructionspläne scheinen nur in sehr bescheidenem Umfange angefertigt worden zu sein. Eine von einem gewissen Nuri Abdulah in Blei verfaßte, aus Situation und Längenschnitt bestehende Skizze einer Holzbrücke auf
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bosnien und Herzegowina, Band 22
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bosnien und Herzegowina
Band
22
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1901
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.34 x 22.94 cm
Seiten
536
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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