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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bosnien und Herzegowina, Band 22
Seite - 441 -
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441 gänzlichen Mangel fahrbarer Straßen allgemein unentbehrlich war. Der als Tragthier verwendete Pferdeschlag ist klein und zeigt wenig Adel, besitzt aber einen ausnehmend kräftigen Knochenbau und eine bis an die äußerste Grenze gehende Genügsamkeit, sowie eine erstaunliche Kraft im Tragen von Lasten. In einigen an das Mostarsko Blato angren- zenden Gemeinden finden sich zwerghast kleine Pferde, in einer Durchschnittshöhe von 120 bis 125 Centimeter, die ein gefälliges Äußeres haben und als Ponnies sehr gesucht sind. In einigen Gegenden des Karstgebietes wird auch die Maulthierzucht betrieben, jedoch waren die Prodncte derselben nur sehr geriugwerthig, da als Vaterthiere degeuerirte und herabgekommene Esel verwendet wurden. Die Rinder des Okkupationsgebietes gehören verschiedenen Schlägen an, welche einen sehr ungleichen wirthschaftlichen Werth besitzen. Über den Nordosten des Landes, die Posavina, ist ein Rinderschlag verbreitet, der in seinem Äußern, wie in seinen sonstigen Eigen- schaften die Merkmale naher Verwandtschaft mit der ungarisch-podolischen Steppenrace zeigt. Dieser Schlag ist in Hinsicht ansKörpergrößeund Gewicht der ansehnlichste im Lande und erweist sich auch in seinen Nutzungseigenschaften der vorerwähnten ungarischen Steppenrace ähnlich. Als zweiter einheimischer Viehschlag ist der in der Krajina, dein nordwestlichen Theile Bosniens, vorkommende zu erwähnen. Derselbe zeigt in seinem Knochenbau eine ziemliche Harmonie der Formen, steht an Körpergröße dem Posavina-Vieh nach, rangirt jedoch nnmittelbar hinter demselben und zeichnet sich im allgemeinen durch eine gedrungene massige Figur aus. Anschließend an die den Norden des Ocenpationsgebietes einnehmende Verbreitungszone dieser beiden Schläge beginnt im Süden das Gebiet der eigentlichen bosnischen Rinderrace. Dieses Hornvieh ist kleiner als die Rinder der Posavina nnd Krajina und steht den- selben auch im Körpergewichte nach. Die Färbung ist theils röthlichbrauu bis gelblich, theils grau bis lichtgrau, die Behaarung grob und lang. Die häufig durch tiefe Hunger- rinnen entstellten, auf- und vorwärts gekrümmten Hörner sind dünn und fein nnd meist gegen die Enden zu von dunkler Färbung mit in der Regel weißen Spitzen. Der Kopf ist stark keilförmig. Die Extremitäten sind durchwegs von hervorragend günstigem Bau, so daß diese Thiere die unwegsamsten Stellen Passiren und das steinigste und zerklüftetste Weideterrain begehen können, ohne Schaden zu nehmen. Der Nutzwerth der bosnischen Rinderrace kann mit Rücksicht darauf, daß sie zu- meist unter ungünstigen Verhältnissen lebt und darauf angewiesen ist, sich die kärgliche Nahrung unter großen Schwierigkeiten selbst zn verschaffen, als sehr befriedigend bezeichnet werden. Die Qualität ihrer Milch ist durchwegs vorzüglich, das Fleisch, wenn es von gut genährten Thieren herrührt, sehr wohlschmeckend. Die Zugleistungen sind in Anbetracht des kleinen Körperbaues sehr gute.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bosnien und Herzegowina, Band 22
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bosnien und Herzegowina
Band
22
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1901
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.34 x 22.94 cm
Seiten
536
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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