Seite - 476 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bosnien und Herzegowina, Band 22
Bild der Seite - 476 -
Text der Seite - 476 -
476
der Save innerhalb des Labyrinthes der landesüblichen Zäune auf den Wiesen und
Feldern von den stunden- und tagelang auf einem primitiven Dreifußsitze ausharrenden
Fischern mit dem Danbel gefangen werden.
Je weiter man gegen das Centrum und den Süden von Bosnien vordringt, indem
man dem Laufe der Flüsse gegen das Quellgebiet folgt, desto vorherrschender wird das
Auftreten des charakteristischesten Fisches des ganzen Landes: der Bachforelle. Ihr gesellt
sich in den meisten Gerinnen ein anderer Edelfisch, die Äsche, bei. Im Gebiete der Narenta
vergrößert sich die Zahl der Salmoniden durch zwei endemische Arten mit köstlichem,
röthlichgelbem Fleische und hervorragendem Wohlgeschmack. Hier kommt dann noch der
Aal hinzu, dessen häufigstes Auftreten in den Blato's bei Metkovic zu verzeichnen ist.
Ebenso wie die Fische des Vrbas und der Pliva sich in dem Jezero von Jajce
gewissermaßen conceutrireu, ist auch der See von Borke gefüllt mit den prächtigen
Salmoniden der Narenta.
Endlich sind auch noch jene Fischchen erwähnenswerth, welche in großen Massen die
Höhlen und unterirdischen Flußläufe des Karstes bewohnen und namentlich im Spät-
herbste, wenn die betreffenden Ebenen von diesen Wässern überschwemmt werden, den
dortigen Bewohnern eine ebenso nahrhafte als delicate Speise liefern. Zum Fange der-
selben werden äußerst engmaschige, aber umso längere Seidennetze verwendet.
Im Übrigen bedient man sich sonst allgemein der Wurfnetze, bei deren Handhabung
von den Steilufern der Ströme aus die Bewohner große Geschicklichkeit bekunden. Jedoch
werden mit denselben zumeist bloß miuderwerthige Fischarten erbeutet.
Eine außerordentliche Übung und Fertigkeit beanspruchen die sehr beliebten und
mit großem Erfolg in Anwendung stehenden Harpunen, mittelst welcher, namentlich zur
Nachtzeit, die größeren Salmoniden und auch andere Fischarten gestochen werden.
Schließlich sind Reusen von verschiedenartigster Form und Größe, welche an gewissen
von den Fischern vorzüglich benützten Stellen der Flüße und Bäche versenkt werden,
allgemein in Anwendung, so insbesonders beim Aalfang im Utovo blato. Ein in aller-
jüngster Zeit ausgearbeitetes Fischereigesetz schreibt auf Grund der bisher gewonnenen
Erfahrungen beruhende Schonzeiten für jede einzelne Fischart des Landes vor, wodurch der
Devastatiou der hiesigen Fischgewässer vorgebeugt wird.
Zur Vermehrung der edelsten einheimischen und zur Einbürgerung besonders
empfehlenswerther fremder Fischarten dient die seit 1894 bestehende ärarische Fischzucht-
anstalt in Vrelo Bosne bei Bad Jlidze. Hier werden alljährlich ganz bedeutende
Mengen von Bach- und Narenta-Forelleu ausgebrütet, großgezogen und in die geeigneten
Gewässer des Landes, namentlich dort, wo ein Rückgang des Fischreichthumes sich bemerkbar
macht, vertheilt.
zurück zum
Buch Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bosnien und Herzegowina, Band 22"
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Bosnien und Herzegowina, Band 22
- Titel
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Untertitel
- Bosnien und Herzegowina
- Band
- 22
- Herausgeber
- Erzherzog Rudolf
- Verlag
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Ort
- Wien
- Datum
- 1901
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 15.34 x 22.94 cm
- Seiten
- 536
- Schlagwörter
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Kategorien
- Kronprinzenwerk deutsch