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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bosnien und Herzegowina, Band 22
Seite - 498 -
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498 Der Werth des Gesammtverkehres Bosniens und der Hercegovina ist hente mit 47,436.000 fl. zu bemessen. Davon ist der Verkehr mit der Monarchie auf den Eisen- bahnen mit 37,872.000 fl., auf den Landstraßen (zumeist Grenzverkehr) mit 3,600.000 fl., der Save-Schiffahrt mit 750.000 fl., mit dem Anstand ans 5,214.000 fl. jährlich zu veranschlagen. Die wichtigste Rolle unter den Verkehrsmitteln, welche der Handel benützt, spielen naturgemäß die bosnisch-hercegovinischeu Staatsbahnen. Bei diesen nimmt der Inland-Verkehr den Hauptplatz ein (60 Procent), denn sie vermitteln die Zufuhr heimischer Kohle an die Fabriken des Landes, von Bausteinen, Werkholz und Ziegel in die Städte, in welchen überall eine lebhafte Banthätigkeit sich entfaltet, endlich von Lebensmitteln für den Consnm der Hauptstadt. Am Export participiren Pflaumen mit 10.151 Tonnen, Eichen und Faßdauben mit 48.500 Tonnen, ferner Zucker, Tabak, Bier, Soda (Lukavacer Fabrik), Eisen und Eisenwaaren (Vares und Zeuiea), endlich Bau-, Werk- und Nutzholz mit den höchsten Ziffern. Beim Import kommen Mehl und Mehlprodncte, Thonwaaren (für Bauzwecke), Traversen, Eisen- uud Stahlwaaren, Wein und Bier zumeist in Betracht. Die Militärbahn Baujaluka-Doberliu ist relativ am meisten an der Ausfuhr betheiligt (mit 66 Procent). Vor allem sind es die agricolen Erzeugnisse (Hafer, Gerste) aus den Colonien unweit Baujalnka, welche hier den Ausschlag geben. Die Stat ion Brcka, der auf bosnischem Boden liegende Endpunkt eines Flügels des ungarischen Eisenbahnnetzes, ist von hervorragender Wichtigkeit, weil sie das Thor zum fruchtbaren Becken der Posaviua mit seinem Getreidebau, seiner Pflanmenproductiou und seinem Viehreichthum erschließt. Im Jahre 1895 wurden von dieser Station allein 85.067 Tonnen Pflaumen, 1896 sogar 142.819 Tonnen Pflaumen exportirt. Auch der Export an Borstenvieh ist bedeutend. Er betrug im Jahre 1896 525 5 Tonnen. Der Straßen- und Schiffsverkehr besteht hauptsächlich in Getreide, Hülsen- früchten, Hafer, Gerste, Mais, Gemüse und Obst (Pflanmen). Der Viehexport bedient sich zumeist der Landstraße und ist am stärksten nach Eroatien, Slavonien (Rindvieh, Schafe, Schweine) und Dalmatieu (Ziegen). Der auswärtige Handel Bosniens ist sehr gering. Darunter nimmt der Import von Petroleum für die Minerialölraffiuerie in Brod einen großen Theil in Anspruch. Die Grenzländer Serbien und die Türkei nehmen am auswärtigen Verkehre Bosniens den stärksten Antheil. Theilweise sind hier noch die alten Handelsbeziehungen ans der Zeit vor der Occupatio« und die primitiven alten Handelssitten lebendig. Das lange vernachlässigte Bosnien, das in blutigen Zwisten seine Kraft jahr- hundertelang vergeudet hatte, wird bald an der Spitze der Länder des Balkans stehen, dank den Vortheilen, welche die Verbindung des Landes mit der österreichisch-ungarischen
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bosnien und Herzegowina, Band 22
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bosnien und Herzegowina
Band
22
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1901
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.34 x 22.94 cm
Seiten
536
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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