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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bosnien und Herzegowina, Band 22
Seite - 499 -
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499 Monarchie ihm brachte. Das Reich aber mag stolz sein auf sein Wirken in diesem Lande, wo es seine Fähigkeit im Osten civilisatorisch zu wirken, in glänzender Weise bethätigt hat. Verkehr. — Gut erhaltene Straßen nach modernen Begriffen gab es unter türkischer Herrschaft im Lande überhaupt nicht. Einige zeitweise fahrbare Communi- cationen hatten keinerlei Grundbau, und fast überall fehlten die Brücken, so daß, wenn die Flüsse nicht durchfurchet werden konnten, diese Communicationen absolut unfahrbar waren. Bei Gebirgsübergängeu hatten dieselben Steigungen bis zn 25 Procent und folgten jeder Terraiusalte ohne Bedacht auf ein rationelles Trace. Beim Straßenbau war nach türkischem Gesetze die gesammte männliche Bevölkerung nebst allen ihren Zug- und Tragthieren zur unentgeltlichen Arbeitsleistung (Robot) verpflichtet, und zwar konnte jeder Mann vom 16. bis zum 60. Jahre in einem Turnus von je 5 Jahren 20— 30 Tage zur Robotleistung herangezogen werden. Befreit hievon waren nur die Geistlichkeit aller Confesfionen, die Lehrer, die körperlich Gebrechlichen, die Beamten, die im stehenden Heere dienenden Personen und die Zapties (Gendarmen). Die Reichen zahlten Stellvertreter. Da aber bei den Straßenbauten zumeist jede Leitung durch technisch gebildete Personen fehlte, so wurden trotz dieser großen, zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte nur die kläglichsten Resultate erzielt. Unter diesen Verhältnissen gehörte es zu den Seltenheiten, daß ein Wagen bis nach Sarajevo gelangte. Der landes- übliche Wagen diente ansschließlich für den Transport auf ganz kurzen Strecke», hatte hölzerne Achsen, schwere, aus einem Baumstamme geschnittene, oft ziemlich nnrnnde Scheiben als Räder und war derart massiv gebaut, daß stets zwei Paar Ochsen noth- wendig waren, um den leeren Wagen von der Stelle zu bringen. Solcherart blieb die Bevölkerung bei ihren von altersher gewohnten Verkehrs- mitteln, den Reitwegen und den Tragthieren. Die Reitwege, deren es eine große Zahl gibt, verbinden keineswegs nur die nächstgelegenen Ortschaften miteinander, sondern übersetzen die steilsten Gebirgsrücken, ziehen durch die wildesten Thäler und waren bis zur Occupatio» die fast einzigen Handelswege Bosniens und der Hercegovina. Viele Reitwege waren gepflastert, und zwar mit ziemlich unregelmäßigen Würfel- oder Kugelsteinen, und wurden fast nie ausgebessert, so daß die Pferde meist zwischen die Steine treten mußten. Solche gepflasterte Reitwege führen den Namen Kaldrma. Diese Verkehrsweise wurde durch die besonderen Eigenschaften des bosnischen Pferdes begünstigt. Die Bosnier und Hercegovcen lieben die Pferde, und selbst der kleinste Bauer hält sich deren mehrere, die sowohl als Reitpferde, wie auch als Tragthiere verwendet werden. Das Tragthier erhält einen hölzernen Bocksattel, welcher oft tagelang nicht abgenommen wird, und auf diesen Sattel wird mit großem Geschicke nicht nur die Fechsuug, welche auf den Markt gebracht wird, sondern auch alles an Hausrath, was von dort heimgeholt wird, S2"
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bosnien und Herzegowina, Band 22
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bosnien und Herzegowina
Band
22
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1901
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.34 x 22.94 cm
Seiten
536
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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