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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bosnien und Herzegowina, Band 22
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500 geladen. In langen Reihen ziehen so die Karawanen über die Saumwege oft viele Tagreisen weit, um ihre Waaren dem erwünschten Markte zuzubringen. Möglichst der Luftlinie folgend übersetzen diese Reitwege fast ohne jede Entwicklung die steilsten Bergrücken und nur ein so gutes und ausdauerndes Pferd, wie das bosnische, ist im Stande, mit einer schweren Last auf dem Rücken diese Lehnen zu erklimmen. Sorglos kann sich der Reiter dem Pferde anvertrauen, denn vorsichtig tritt dasselbe in die Fnßstapfen seines Vorgängers, ohne jemals zu straucheln. Gasthöfe, auch nur für die denkbar bescheidensten Ansprüche, gab es im ganzen Lande nicht; den Bedürfnissen der Einheimischen genügten die an allen wichtigeren Commnui- eationen in genügender Anzahl gelegenen bosnischen Hans (Herbergen). In diesen mußten auch die wenigen Fremden nächtigen, welche das Land bereisten, wenn sie es nicht vorzogen, in einem Kloster oder bei einem Kaufmanne Gastfreundschaft zu suchen. In Bosnien und der Hereegovina bestand vor der Oecupatiou eine reitende Post, welche von der ottomanischen Regierung streckenweise in Pacht gegeben war. Mit derselben konnten Passagiere, welche ebenfalls reiten mußten, sowie Briefe und kleine Pakete, welche in Felleisen auf dem Rücken der Pferde untergebracht wurden, befördert werden. Das österreichische Consulat in Sarajevo bediente sich nicht dieser Post, sondern zog es vor, seine eigenen Kavassen wöchentlich einmal mit den Briefen bis an die Grenze bei Brod zu senden, wo auch die für das Consulat bestimmten Correspondenzen in Empfang genommen wurden. Diese österreichische Consnlatspost wurde auch oft von anderen Consnlaten und von größeren Kaufleuten benützt. Bis zum Jahre 1863 bestanden nur zwei Telegraphenlinien, nämlich von Constantinopel über Novibazar nach Sarajevo und von dort über Mostar nach Metkovie. Vom Jahre 1872 bis 1875 stand die Eisenbahnstrecke Banjaluka—Doberliu im Betriebe; dieselbe wurde aber wegen der schlechten Einnahmen aufgelassen und dem Verfalle preisgegeben, so daß zur Zeit der Oecupatiou überhaupt iu Bosnien uud der Hereegovina keine Eisenbahn existirte. Mit dem Einmärsche der k. und k. Truppen vollzog sich naturgemäß eine vollkommene Umgestaltung aller bis dahin bestandenen Verkehrsverhältnisse. Die militärischen Maß- nahmen erheischten die sofortige Inangriffnahme des Baues der wichtigsten Nachschub- linien für die Truppen, und es wurden daher theils durch Unternehmer, theils durch das Militär selbst die bereits bestehenden schlechten Fahrwege verbreitert, mit Grundbau und den erforderlichen Brücken versehen. Auf diese Art waren in verhältnißmäßig kurzer Zeit die strategisch wichtigen Knotenpunkte durch gute Fahrstraßen untereinander nnd mit der Monarchie verbunden, wenngleich dieseStraßen noch nicht nach jenen strengenNormen gebaut waren, welche später hiefür seitens der bos.-herceg. Landesverwaltung aufgestellt wurden.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bosnien und Herzegowina, Band 22
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bosnien und Herzegowina
Band
22
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1901
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.34 x 22.94 cm
Seiten
536
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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