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befördert. Mit dem Anschlüsse der bosuisch-hereegovinischen Bahnen an den Narentahafen
in Metkovie gewann auch die Seeschiffahrt auf der Adria einen maßgebenden Einfluß auf
die Entwicklung des Verkehrswesen in Bosnien und der Hereegovina, und es bestehen
nunmehr regelmäßige Dampferverbindungen sowohl mit Trieft und Finme, als auch mit
Gravosa (Ragusa). Leider hat Bosnien keine schiffbaren Flüsse, welche in das Innere des
Landes reichen; die Binnenschiffahrt ist daher auf die Save und die Driua beschränkt,
welche letztere, Dank den unermüdlichen Arbeiten zur Verbesserung der Fahrrinne, bereits vou
der Mündung bei Raca bis Zvornik von seichtgehenden Dampfern befahren werden kann.
Post und Telegraph unterstehen der Militärverwaltung, welche eine Militär-
Post- und Telegraphen-Direction iu Sarajevo aufgestellt hat. Diese unterhält mit allen
nur irgendwie bedeutenderen Orten einen vollkommen geregelten Post- und Telegraphen-
dieust nach den in der Monarchie hiefür bestehenden Grundsätzen, und mit vollem Rechte
kann behauptet werden, daß Bosnien und die Hereegovina in dieser Hinsicht den modernen
Cnltnrstaaten nicht mehr nachstehen.
Da ein lebhafter Touristenverkehr ein wesentliches Moment für die Erziehung
der Bevölkerung bildet und derselben neue Erwerbsquellen ausschließt, da ferner Bosnien
und die Hereegovina mit ihren Naturschönheiten nnd den dort noch bestehenden orientalischen
Sitten und Gebräuchen ein specielles Interesse bieten, ist die Landesverwaltung seit
Jahren bestrebt, den internationalen Fremdenverkehr auch nach Bosnien zu ziehen.
Dazu mußte in erster Linie das Hotelwesen auf eine den berechtigten Anforderungen
entsprechende Stufe gebracht werden. Mit der fortschreitenden Entwicklung des Handels-
verkehres waren zwar in allen größeren Orten bescheidene Gasthöfe entstanden, die
gewöhnlich von Eingewanderten aus der Monarchie betrieben werden; diese entsprachen
jedoch zumeist nicht den gesteigerten Bedürfnissen eines internationalen Touristenpublieums.
Die Landesverwaltung sah sich daher veranlaßt, an einigen wichtigeren Pnnkten ent-
sprechend große Hotels selbst zu erbauen, einzurichten und unter strenger Aufsicht an
geeignete Bewerber in Pacht zu geben. So entstanden die Hotels in Mostar, Jlidze, Jajce,
Jablanica, Doboj u. f. w. Dieses System hat sich ausgezeichnet bewährt. Die ins Land
kommenden Touristen sind überrascht von der vorzüglichen Unterkunft in den ärarischen
Hotels; die Reiselust wurde wesentlich gehoben, und alljährlich besucht jetzt eine große
Anzahl von Vereinen, Gesellschaftsreisenden und einzelnen Touristen aus allen europäischen
Ländern Bosnien und die Hereegovina. Dieser größere Fremdenzug blieb auch nicht ohne
günstige Wirkung auf die an freqnenteren Orten im Privatbesitze stehenden Gasthöfe. Diese
erhoben sich nothgedrungen ebenfalls auf ein höheres Niveau. Eine weitere Unterstützung
des Fremdenverkehres bilden die von der Landesverwaltuug hergestellten Diligenee-
Perbindnngen auf landschaftlich schönen Routen im Anschlüsse an die Eisenbahnen. So
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Buch Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bosnien und Herzegowina, Band 22"
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Bosnien und Herzegowina, Band 22
- Titel
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Untertitel
- Bosnien und Herzegowina
- Band
- 22
- Herausgeber
- Erzherzog Rudolf
- Verlag
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Ort
- Wien
- Datum
- 1901
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 15.34 x 22.94 cm
- Seiten
- 536
- Schlagwörter
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Kategorien
- Kronprinzenwerk deutsch