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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (7), Band 23
Seite - 398 -
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398 Dörfern 1498 an Kronstadt, das sie dann anderthalb Jahrhunderte später von Georg Räköczy II. für 11.000 Gulden als dauernden Besitz erhielt, doch unter der Bedingung, daß die Burg immer eine fürstliche Besatzung und einen ungarischen Castellan habe. Noch jetzt gehört sie der Stadt Kronstadt. Betrachtet man den kleinen Burghof mit dem tiefen, in Fels gehauenen Brunnen, das enge Verließ, die Gänge der Schießscharten, die alterthümlichen Stäbchen, das hochstrebende Wachthürmchen, so glaubt mau kaum, daß diese Burg ein so sicheres Bollwerk des Passes war und daß dieses Nest bei Thökölys Einbruch im Jahre 1690 durch die halbverhungerte deutsche Besatzung von 50 Mann drei Monate lang gegen das Belagerungsheer der Kuruezeu gehalten wurde. In dem Gebiete, das die von der Grenze nach der Törzbnrg laufenden Thäler durchschneiden, bemerkt man anf Bergrücken oder häufiger den Straßen und Bächen entlang einzeln und in losen Gruppen verstreute Landhäuser von eigenthümlicher Bauart. Es sind gleichsam lauter kleine viereckige Forts von Holz, die geweißten Wände aus Fichtenbalken und Lustziegeln gebaut, das Dach mit Schindeln gedeckt. Immer stehen ein Wohnhaus und eine Scheune in gleicher Länge parallel gegenüber und sind an beiden Enden durch hohe Mauern verbunden, von denen Schutzdächer schief in den kleinen Hof hinabreichen, dessen Thüre, mit gutem Verschluß versehen, sich in einer der Mauern öffnet. Außen ist hinter der Rückwand des Wohnhauses, seiner ganzen Länge nach, unter dem tiefer herabgehenden Dachvorsprung noch ein dunkler Gang angelegt, in dem der Bauer sein Jungvieh für den Winter unterbringt. Auf einem Gebiete von 182 Quadrat- kilometer verstreut gibt es über 2000 solche Bauernwirthschaften, deren Insassen seit 1872 zu zehn Kleingemeinden gruppirt sind. Der Landstraße entlang sieht man aneinander- stoßende, meist nur auf Reitwegen erreichbare Gruppen von Bauernhöfen, deren rumänische, dem griechisch-orientalischen Bekenntniß angehörende Bewohner, einst „Kali- baschen" genannt, in früherer Zeit Dienstleute und Leibeigene der Stadt Kronstadt waren. Ihre Tracht ist der der Csängö in den Siebendörfern ähnlich. Sie treiben meist Vieh-, besonders Schafzucht; ein Theil ihres Bodens bringt etwas Frühjahrsgetreide, im übrigen Winterfutter, der Rest dient als Weide. Auch Obst wird gebaut, besonders Pflaumen. Sie ziehen mit ihren Herden auch nach Rumänien, wo sie Weideplätze pachten. Ihre Berge sind wegen der vielen abgeholzten Strecken und der da und dort auftauchenden weißen Birke für den Fremden ein verstimmender Anblick. Die Leute sind aber umgänglicher als die mehr einwärts wohnenden Rumänen; das kommt vielleicht von der Sehnsucht nach Gesellschaft, da sie selbst in die „Nachbarschaft" stundenlang bergauf bergab wandern müssen. Dem Törzbach folgend, der dem Bnrzenbach zueilt, erreicht man zunächst Neu- Tohau (Uj-Tohän). Die Bewohner sind alle griechisch-orientalischer Consession und
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (7), Band 23
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (7)
Band
23
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1902
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.13 x 23.25 cm
Seiten
622
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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