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und griechisch-orientalisch, desgleichen die Bevölkerung des ganzen Bezirkes, 25.262
Seelen, deren Mehrheit indes dem griechisch-orientalischen Bekenntniß angehört. Einst
hausten hier die Barone Knezeviö, deren Schloß im Jahre 1805 durch Verkauf an das Ärar
überging. Hinter Gracac, wo die österreichischen Truppen die Scharen des französischen
Generals Marmont 1809 besiegten, führt die Straße durch den letzten schmalen Winkel
der Likaebene uud steigt dann in Serpentinen bis Cerovci in 800 Meter Höhe, um über
die öden Steinfelder von Velika Popina nach Dalmatien abznsallen. Die Straße Passirt
in 603 Meter Höhe den Engpaß von Zrmanja und erreicht das schöne Zrmanja tha l ,
das seiner Lage ein mildes, angenehmes Klima verdankt. Der Gegensatz zn dem furcht-
baren Klima der benachbarten Velika Popina ist schlagend.
Während in dieser noch tiefer Schnee die Erde bedeckt und grimmige Kälte alles in
starren Fesseln hält, blüht im Zrmanjathale schon Baum und Strauch. Hier gedeiht
edleres Obst, wie es in der Lika nicht fortkommt; hier gedeiht die Rebe, Olive, Feige und
Mandel nnd auf künstlich bewässerten Feldern schöner Mais, während in dem klaren
Wasser des Zrmanjaflusses köstliche Forellen und Aale leben. Einen schönen Überblick des
lang und schmal von Nord nach Süd ziehenden Zrmanjathales gewährt die Straße,
wie sie aus dem Engpasse heraustritt und sich in Serpentinen abwärts windet. Die
Zrmanja, deren starke Quelle sofort Mahl- und Sägemühlen treibt, ergießt sich unweit
Obrovac in das Adriatische Meer. Die Bevölkerung dieses Bezirkes, 5200 Seelen, ist
zum größten Theile griechisch-orientalisch, der Menschenschlag bedeutend kleiner als der
in der übrigen Lika.
An der nördlichen Seite des Thales erheben sich die Trümmer des Schlosses
Rakovnik, im südlichen Theile beim Dorfe Palanka die von Zvonigrad, das seitdem
XIII. Jahrhundert bekannt ist. Ein Verwandter des Fürsten Snbic von Bribir, Knez ViZan,
war zu Beginn des XIII. Jahrhunderts Herr des Schlosses; ein eifriger Anhänger der
damals ausgebreiteten Seete der Patarener oder Bognmilen. Wie alles in diesem Theile
Eroatiens, wurden auch diese beiden Schlösser im XVI. Jahrhundert eine Beute der Türken.
Pa lanka ist der äußerste Ort im Süden Eroatiens. An der dalmatinischen Grenze, am
Berge Vuejak, steht verlassen in stiller Einsamkeit das Grab eines in vielen Nationalliedern
gefeierten Helden, des in den Türkenkämpfen unermüdlichen, siegreichen S miljan i e J l i ja .
Durch das öde und steinige Feld Velika Popina (644 Meter), einen der trostlosesten
Striche der bewohnten Erde, zurückkehrend, gelangt man in nördlicher Richtung durch den
Engpaß Kupirovo (796 Meter) in den Bereich des sogenannten Cordons an der bosnischen
Grenze. Der Cordon ist der äußerste östliche Theil des Lika-Krbavaer Eomitates, wo noch
jetzt einige der zum Schutze gegen die Türken errichteten Wachhäuser und Eardaken
erhalten sind. Die Gegend ist anziehend, bei jeder Wendung des Weges öffnet sich eine
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Buch Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Kroatien und Slawonien, Band 24"
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Kroatien und Slawonien, Band 24
- Titel
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Untertitel
- Kroatien und Slawonien
- Band
- 24
- Herausgeber
- Erzherzog Rudolf
- Verlag
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Ort
- Wien
- Datum
- 1902
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 16.19 x 22.65 cm
- Seiten
- 630
- Schlagwörter
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Kategorien
- Kronprinzenwerk deutsch