Seite - 153 - in Kronprinz Rudolf - Politische Briefe an einen Freund 1882-1889
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es wieder ganz gut, doch sollten Sie bald in ein Bad gehen,
um gegen neue Anfälle anzukämpfen. Wann können Sie
zu mir kommen? Dürfen Sie schon Ihr Zimmer verlassen?
Wenn Sie ausgehen können, dann bitte ich Sie, Mittwoch,
den 20. um 1 Uhr zu mir zu kommen. Falls Professor
Zuckerkandl in Wien ist, lasse ich ihn bitten, denselben
Tag um 12V2 Uhr zu mir zu kommen.
Mit herzlichsten Grüßen
. Ihr
Rudolf
P. S. Das höchst merkwürdige Buch bin ich im Begriff
zu lesen. Ich werde Ihnen auch einige Dinge aus Berlin
mitteilen.
R.
Wien, 30. Mai 1887
Lieber Szeps!
Besten Dank für Ihren Brief. Ich weiß wohl, daß die
Liebenbergfest-Geschichte Staub aufwirbelt und mir
momentan schadet, doch ich konnte nicht anders handeln.
Durch den Leichtsinn und die taktlose Rücksichtslosigkeit
einiger Herren wurde ich im letzten Moment vor die Wahl
gestellt, entweder den Kaiser oder den Männergesang-
verein und das Publikum zu ärgern. Meine Wahl war eine
klare; und ich glaube, Sie werden mir recht geben.
Die Laune des Publikums wechselt wie Regen und
Sonnenschein; Einfluß an maßgebender Stelle hat mehr
Bedeutung. Was meinen Aufenthalt als Divisionär in
Graz betrifft, kann ich Ihnen nur sagen, daß das eine alte
Geschichte ist, die vor allem Graf G. W. immer
wieder aufwärmt; vor drei Tagen sprach er sich mir
gegenüber ziemlich klar darüber aus; jetzt hat diese Fabel
wieder dadurch Nahrung erhalten, daß eine Deputation
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Kronprinz Rudolf
Politische Briefe an einen Freund 1882-1889
- Titel
- Kronprinz Rudolf
- Untertitel
- Politische Briefe an einen Freund 1882-1889
- Autor
- Julius Szeps
- Verlag
- Rikola Verlag
- Ort
- Wien - München - Leipzig
- Datum
- 1922
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.6 x 19.54 cm
- Seiten
- 246
- Schlagwörter
- Habsburger, Österreich-Ungarn, Monarchie
- Kategorien
- Geschichte Vor 1918