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Kronprinz Rudolf - Politische Briefe an einen Freund 1882-1889
Seite - 193 -
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Er kam dadurch mit seinen sonst so streng expapalen Überzeugungen in Widerspruch. Von den Folgen dieser Strömung erschreckt, kehrte er dann wieder seine streng klerikalen und nach Kom gravitierenden Anschauungen hervor. Und dieses Verhältnis erklärt auch die Ab- schwächuug des Geistes der Disziplin, erklärt auch die scharf prononcierten kirchlichen und politischen Partei- bildungen innerhalb des unteren Klerus seiner Diözese. Nur in zwei Richtungen bleibt Kardinal Schwarzenberg sich immer gleich: in seiner feudal-föderalistischen Ge- sinnung und seiner Gegnerschaft gegen die bedeutenden österreichischen Kirchenfürsten wie Rauscher und Kutsch- ker. In den großen politischen Fragen findet man ihn immer an der Spitze der kampflustigen Bischöfe, findet man ihn immer in dem Lager, wo Rauscher und Kutschker nicht standen. Die Macht des konstitutionellen Staates, die moderne Schule, die liberale Gesinnung und Fort- schritte in Bildung, Wissenschaft und Gesetzgebung sind ihm niemals homogen gewesen. Aus seinen politischen Werken und aus seinen Reden im Herrenhaus ist diese Richtung zur Genüge bekannt. Und noch ein Punkt ist es, in welchem Kardinal Schwarzenberg immer beständig und konsequent geblie- ben ist. Es ist seine aristokratische Gesinnung, die „ange- borene vererbte Noblesse" des böhmischen Hochadels, sie sitzt auch ihm tief im Blut und seine Untergebenen, selbst seine kirchlichen Kollegen können viel davon er- zählen. Man darf wohl sagen, daß er solche Anschauun- gen in der „Welt" von Prag nicht nur zu erhalten, sondern womöglich zu verstärken verstanden hat. Durch ver- wandtschaftliche Bande mit den meisten großen Adels-. geschlechtern in Verbindung, wußte er die Aristokratie um sich zu scharen, wurde der intimste Ratgeber in allen Familienangelegenheiten, beeinflußte er in maßgebender 18 Kronprinz Hndolf, Jtriefo 19.3
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Kronprinz Rudolf Politische Briefe an einen Freund 1882-1889
Titel
Kronprinz Rudolf
Untertitel
Politische Briefe an einen Freund 1882-1889
Autor
Julius Szeps
Verlag
Rikola Verlag
Ort
Wien - München - Leipzig
Datum
1922
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.6 x 19.54 cm
Seiten
246
Schlagwörter
Habsburger, Österreich-Ungarn, Monarchie
Kategorien
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