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Am 25. März. 27>9
rcs gewidmet waren. Die Bckermer Christi aber weigerten sich,
diese dem Götzendienste gewidmeten Kleider anzuziehen: »Freiwillig,
sagten sie, sind wir gekommen, weil wir unsere Freiheit behaupten
wollten. Wir haben unser Leben dargeboten, um nichts dcßgleichen
zu thun. Solche» Vertrag haben wir mit euch eingegangen." Man
gab nach, und ließ sie so bekleidet, wie sie gekommen waren, zum
Kampfe einführen. Perpetua stimmte das Lob Gottes in rührendem
Gesänge an. Rcvocatus, Saturninus, und Satur schauten mit
warnendem Blicke auf das Volk, und gaben dem Richter Hilarian
durch Geberdcn und Winke zu verstehen: „Du richtest uns, —
dich wird Gott richten!" Secundus war früher schon im Gesang:
nisse gestorben.
Das erbitterte Volk verlangte, daß die christlichen Kämpfer
noch gegeißelt werden sollten. Es geschah, und die heiligen Mär-
tyrer freuten sich, und wünschten einander Glück, daß sie an der
Geißelung Jesu Christi Antheil zu nehmen gewürdigt wurden. Sie
hatten öfters, als sie noch im Gefängnisse waren, über den bevor-
stehenden Martertod sich unterredet, und der Eine diese, der Andere
jene Todcsart gewünscht. Saturnin hatte den Wunsch geäußert,
vielerlei Thieren vorgeworfen zu werden, um eine desto herrlichere
Krone zu erkämpfen. Satur hatte Entsetzen vor den Bären, und
hoffte durch den Biß des Leopards getödtet zu werden. Gott, der
gesagt hat: „Wer bittet, wird empfangen," fügte es so, daß jedem
die Todcsart wurde, die er gewünscht hatte.
Gegen Saturnin und gegen Revocatus wurden Leoparden los-
gelassen, von denen sie verwundet wurden. Dann wurden sie von
Bären herumgerissen. Auf den Satur ließ ein Jäger einen wilden
Eber los, der sich aber gegen ihn selbst wandte, und ihm eine
Wunde versetzte, an welcher er nach einigen Tagen sterben mußte.
Den Satur schleifte der Bär nur herum, ohne ihn zu verletzen.
Er wurde nun vor einen andern Bären festgebunden, der Bär ging
aber nicht aus seinem Behältnisse hervor. Perpetua und Felicitas
wurden einer Kuh, die man ihrer besondern Wuth wegen als etwas
Außerordentliches dazu angeschafft hatte, Preis gegeben, und so spot-
tete man selbst durch das wilde Thier ihres Geschlechtes. Beide
junge Weiber wurden entkleidet, und mit Netzen umgeben. Darüber
wurde das Volk unwillig. Man warf ihnen deßwegen ein leichtes
Gewand, ohne Gürtel, um. Perpetua wurde zuerst vorgeführt, und
von der Kuh im ersten Anfalle auf den Boden geworfen. Sie setzte
sich, und bemerkte, daß ihr Gewand aufgcriffcn worden. Sie zog
es über den entblößten Schenkel her, mehr bekümmert für die Scham-
haftigkeit, als um den Schmerz. Sie richtete ihre durch den Fall
in Unordnung gekommenen Haare zu recht; denn sie wollte in ih-
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 1
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 1
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 900
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen