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Am 12. Oktober. 381
Lebens: und Martergeschichte desselben nicht so ganz außer Zweifel
gesetzt, daß sich nicht mehrere gegründete Bedenklichkeiten gegen selbe
erheben ließen. Die verschiedenen Geschichten stimmen in Folgendem
grö'ßtentheils übercin: Maximilian ward zu Cilli in Pannonien, jetzt
in Untcrsteyermark, von sehr reichen und adeligen Eltern geboren,
und im siebenten Jahre seines Alters dem Priester Oranius zur
christlichen Erziehung übergeben. Er zeichnete sich durch einen vor-
trefflichen Verstand nicht weniger, als durch die edle Güte seines
Herzens aus. In dem dreizehnten oder siebenzehnten Jahre seines
Alters verlor er seinen Vater, der des Namens Jesu wegen sein Blut
vergoß. Nach sechs Jahren starb auch seine fromme Mutter. Mari-
milian theilte nun sein großes älterliches Erbgut an die Armen aus,
um sich ungestört und ganz dem Dienste des Evangeliums zu wid-
men. Von dem Papste Sixtus I I . wurde er zum Bischöfe von Lorch
geweiht. Nicht nur hier, sondern auch in der ganzen umliegenden
Gegend stiftete er durch seinen apostolischen Eifer in Verkündigung
des göttlichen Wortes und durch das Beispiel seines heiligen Wandels
großen Segen; hatte dabei aber auch mit unzähligen Leiden zu
kämpfen, und war fortwährend der Verfolgung des rohen heidnischen
Volkes und der boshaften Götzenpriester ausgesetzt. Im Jahre 284
unternahm er eine Reise nach Cilli, seiner Vaterstadt, um die Mit-
bürger im Glauben zu stärken. Und gerade hier, wo er das zeit-
liche Leben erhalten hatte, erfreute ihn Gott mit dem Eingänge in
das ewige durch den Martertod.
Es war zu Cilli ein Tempel des römischen Kriegsgottes, des
Mars, und Eulasius, der römische Landpficger, welcher von dem
Kaiser Numcrian beauftragt war, die anstürmenden Barbaren zurück-
zutreiben, ließ durch einen Herold ausrufen, daß am folgenden Tage
bei dem ersten Schall der Posaune alle Einwohner, ohne Unterschied
des Standes, in den Tempel des Mars eilen, und mit Opfern die
Gunst dieses Gottes zu erlangen streben sollten, damit er in dem
bevorstehenden Treffen den kaiserlichen Waffen den Sieg
möchte. Als der Schall der Posaune gehört wurde, strömte
weilt eine unzählige Menge Menschen dahin. Unter denselben be-
fanden sich auch Christen, welche theils aus Furcht vor Mißhandlung,
theils aus Leichtsinn Weihrauch streuten, und an dem Opfer Theil
llahmcn. Maximilian hörte, was vorgehe, stärkte sich durch ein
eifriges Gebet, drängte sich mitten durch den Volkshaufcn hindurch,
stellte sich vor den Statthalter Eulasius, verwies ihm mit großer
Unerschrockenheit seinen gottlosen Befehl, und weigerte sich, den
Götzen zu opfern, wozu ihn jener bewegen wollte. Eulasius ge-
rieth darüber in große Erbitterung, und befahl den Soldaten, daß sie
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 1
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 1
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 900
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen