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Am Z. April. 445
u„s nicht zweifeln, daß auch sie eher ihr Leben geopfert, als Jesum
Christum verläugnet haben.
Unsere ersten Glaubensbrüder hatten eine unbegranzte Hoch-
schätzung gegen die heiligen Schriften. Dieselben in die Hände der
Heiden ausliefern, hielten sie für Verläugnung dcs Glaubens, und
wollten deßwegen lieber Marter, und Tod leiden. Wie tief wird
dadurch die Gleichgültigkeit beschämt, welche viele der heutigen Chri-
sten gegen die göttlichen Bücher bezeigen. Gleichgültig gegen die
heilige Religion, sind sie auch gleichgültig gegen die Quellen, welche
die Wahrheiten der Religion enthalten. W>,an auch heut zu Tage
die Lesung der gesammten heiligen Schriften nicht unbedingt, und
ohne alle Beschränkung empfohlen werden darf und kann, und man
deßhalb jeden Christen se.^ r nachdrücklich an's Herz legen muß, daß
er sich hicrinfalls an die Vorschriften der katholischen Kirche halte,
so sollte doch in keinem christlichen Hause das Evangclienbuch man-
geln , welches einen schönen und nützlichen Auszug aus den heiligen
Schriften enthält, — von keinem Christen die fleißige Lesung dieses
Buches versäumt werden.
und
24. Oktober.)
es christlichen
schätzung die Gläubigen für ihre heiligen Schriften haben, und daß
sie aus diesen vorzüglich ihren unüberwindlichen Heldenmuth schöpfen,
mit welchem sie um des Glaubens willen Marter und Tod duldeten.
Sie kündigten deßwegen auch den göttlichen Büchern den Krieg an.
Der Kaiser Diokletian gab den Befehl, dieselben überall aufzusuchen,
und zu verbrennen. Viele Christen waren schwach genug, ihre hei-
ligen Schriften aus Furcht vor Martern, den Heiden auszuliefern.
Solche nannte man Uebcrlieferer, und ihre That wurde der Ver-
läugnung gleich geachtet. Mehrere andere aber wollten lieber die
grausamsten Peincn, und den Martertod ertragen, als die gött-
lichen Schriften in die Hände der Ungläubigen übergeben. Unter
diesen letztern zeichnete sich der heilige Felir sehr ruhmwürdig aus.
Er war Bischof zu Tibiur, in deZ Provinz Afrika. Magnilian, eine obrig-
keitliche Person der Stadt, ließ, weil der Bischof an eben diesem
Tage nach Earthago gegangen war, den Priester Apcr und die zwei
Kirchcnleser Cyrus und Vitalis vor sich laden, und fragte sie: „H
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 1
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 1
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 900
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen