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Am 25.
den cr der Tugend wegen bestehen muß; er kennt seine eigene
Schwäche, und dieses macht ihn behutsam in allen seinen Schritten.
Er vertraut auf Gottes mächtigen Beistand, und dieses macht ihn
muthvoll im Kampfe. Ehrwürdig ist jeder Handwerksmann, wenn
er mit Fleiß sein Geschäft treibt, und dreimal ehrwürdig, wenn er
noch größern Fleiß auf seine Vervollkommnung im Glauben, und in
der Tugend wendet.
Die heilige Katharina, Jungfrau und
(Am 25.
Als die beiden Kaiser Diokletian und Maximian Hcrkulius die
Regierung niederlegten, wurde auch Maximin Daja, wie wir schon
gehört haben, mit dem kaiserlichen Purpur bekleidet. Er war der
Rcgicrungsgehilfe des Galcrius im Morgcnlande. Syrien, Palä-
stina und Aegypten standen unter seiner Herrschaft. Vom Viehhir-
ten ward cr zum Soldaten, dann zum Trabanten, plötzlich zum
Feldherrn, und Tags darauf zum Cäsar, ohnc ein besonderes Vcr:
dienst ernannt. Ungebildet und roh setzte er der ausgelassensten
Schwclgerei um so weniger Gränzen, je mehr durch hie schnelle Er-
höhung sein Glanz, und durch diesen sein Ncbermuth gestiegen war.
Er setzte auf die grausamste Weise die Verfolgung der Christen fort,
aufgefordert von dem grausamen Galerius, und bethö'rt von dem
Aberglauben, mit dem er dem Götzendienste und allen Blendwerken
desselben, der Zeichcndeuterei, der Wahrsagerei und der Zauberei er-
geben war. Immer umgaben ihn Leute, welche diese losen Künste
trieben; cr that nichts ohne ihren Rath. In jeder Stadt ließ er
Götzentempel ausrichten, und die verfallenen erneuern. Unter die
Opfer, welche während der grausamen Regierung des Maximian
Daja um des christlichen Namens willen fielen, wird, nebst vielen
andern, auch die in der katholischen Kirche sehr berühmte Jungfrau
und Martyrin Katharina sdie Griechen nennen sie Ackatharina) er-
zählt. Die heilige Katharina wurde gegen das Ende des dritten
Jahrhunderts zu Älexandrien, in Aegypten, geboren. Sie war von
einem vornehmen, einige sagen „königlichen" Geschlechte entsprossen.
In ihrer Jugend schon wurde sie in verschiedenen Wissenschaften un-
terrichtet, und zu allen weiblichen Tugenden sorgfältig angehalten.
Nach der Meinung des gelehrten Cardinals Baronius soll sie früh:
zeitig in dem christlichen Glauben unterwiesen worden seyn, und bei der
Taufe den Namen Dorothea erhalten haben. Allein diese Angabe gründet
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 1
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 1
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 900
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen