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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 1
Seite - 571 -
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Seite - 571 - in Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 1

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Am 10. März. 571 Je unerwarteter dem Statthalter eine so freimüthige Sprache, und ein so muthvoller Widerstand war, desto größer ward jetzt seine Erbitterung. Lange dachte er nach, welche Todesart die schrecklichste seyn möchte, zu der er sie verurtheilen könnte. Endlich gab ihm die damalige Jahreszeit die Veranlassung, eine zu erfinden, welche eben so neu, als grausam war. Die Kälte war heftig, und die Stürme des Nordwindes wütheten schrecklich. Er befahl, die Be- kenner nackt in die Kälte hinzustellen, und wählte dazu einen Ort, an welchem ein warmes Bad war, um sie desto mehr zur Entsa- gung ihres Glaubens zu reizen. Denn den Verläugn nden stand der Zugang zum Bade frei, an welches ein Scherge hingestellt worden war. Freudig legten sie ihre Kleider ab, und ermunterten sich zur Stand- haftigkeit. „Mit dem Gewände," sprachen sie, „ziehen wir den al- ten Menschen aus, der durch die Sündenlust verdorben ist. Wir danken Dir, Herr! daß Du uns würdigest, mit dem Kleide auch die Sünde abzulegen. Wegcn der Schlange zogen wir es an, wegen Christus ziehen wir es aus. Gerne geben wir es hin, um des Pa- radieses willen, welches wir verloren hatten. Auch unser Herr ist der Kleider beraubt worden. Was ist es Großes, wenn der Knecht leidet, was der Herr erduldet hat? Menschen unseres Standes ha- ben den Herrn entblößet; denn Soldaten waren es, die diese Uebcl- that verübten, sie haben ihm die Kleider abgerissen. Diesen Frevel unseres Standes, den die Geschichte gegen uns bezeugt, wollen wir an uns selbst tilgen. Hart ist zwar der Frost des Winters, und empfindlich die Kälte des Eises, aber süß und erquickend die Ruhe des Paradieses. Nur eine kurze Weile müssen wir ausharren, und für immer werden wir in Abrahams Schoos seyn. Das Leiden einer einzigen Nacht wird uns durch die Freuden einer ganzen Ewigkeit vergolten. Unser Fuß wird von der Kälte zerstört, damit er in der Gemeinschaft der Engel zu wandeln fähig sey. Unsere Hand wird vor Frost erstarren, damit sie, zu Gott sich zu erheben, würdig werde. Wie viele von unsern Kriegskameraden sind im Dienste eines sterblichen Königs auf dem Schlachtfeldc gefallen, und wir sollten nicht gerne unser Leben für den wahren Gott dahingeben? Wie viele Missethäter sind ihrer Ungerechtigkeit wegen gestorben, und wir sollten uns weigern, um der Gerechtigkeit willen den Tod zu leiden? O Brüder! lasset uns standhaft bleiben, damit der arge Widersacher uns nichts anhaben möge. Es geht nur um das Fleisch, schonen wir dasselbe nicht! Einmal müssen wir doch sterben, also lieber jetzt, damit wir ewig leben. O Gott! Nimm das Opfer unseres Lebens, welches durch den tödtenden Frost dargebracht wird, gnädig auf! O, ein herrliches Opfer! Ein ganz neues Brandopfer, dar- gebracht nicht durch Feuer, sondern durch Kalte!« — Der Scherge,
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 1
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
1
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
900
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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