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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 1
Seite - 666 -
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Seite - 666 - in Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 1

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666 Die gefordert ward, oder der Wohlstand es erforderte. Immer war ihre Rede mit dem Salze der Weisheit gewürzt. Eitle Gespräche, und unnütze Unterhaltungen waren ihr zum Abscheu. Mit großer Vorsicht bewahrte sie ihre Sinne, vorzüglich die Augen, weil sie sehr besorgt war, nie etwas zu sehen, was eine unerlaubte Neigung in ihrem Herzen hätte aufwecken können. Ihr angelegenstes Ge- schäft war das Gebeth, die Lesung der heiligen Schriften. Darauf verwendete sie alle Zeit, die von den häuslichen Geschäften ihr übrig blieb. Tief war ihrem Gemüthe die Wahrheit eingeprägt, daß der Mensch auf dieser Erde ein Fremdling sey und ein Wanderer, dessen Blick immer auf sein wahres Vaterland gerichtet seyn muffe, auf das himmlische Jerusalem, dessen Bewohner unsere Mitbürger sind, in deren Gemeinschaft wir, nach dem kurzen Erdenlcbcn, Gott ewig zu lieben, zu loben und zu preisen hoffen dürfen. In allem unterwarf sie sich dem Willen Gottes, und überließ sich willig seiner väterlichen Füh- rung. Verachtung der Eitelkeit und der Kleiderpracht, Eingezogen- heit und Sittsamkeit, Einsamkeit und Stillschweigen, Bewahrung der Sinne, Umgang mit Gott im Gebethe und in Lesung geistli- cher Bücher, stetes Andenken an den Himmel und an die Ewigkeit sind die wirksamsten Mittel, den köstlichen Schatz der Unschuld zu bewahren. Es war mehr der Wille der Eltern, als eigene Neigung, daß Gorgonia sich verehelichte, mit einem reichen und vornehmen Jüng- linge , dessen Namen uns nicht bekannt ist. Der neue Stand ver- änderte nicht ihre heilige Gesinnung, und nicht ihren gottseligen Wandel. Mit zärtlicher Liebe hing sie ihrem Ehegemahle an, den sie als ihren Herrn verehrte; dadurch ward das größte Glück des ehelichen Lebens, Friede und Eintracht, fortwährend erhalten. Ob- gleich sie durch die Verehclichung in äußerliche, glänzende Umstände versetzt war, so herrschte doch in ihrem ganzen Wandel tiefe De- muth und anmaßungslose Bescheidenheit, liebenswürdige Sanftmuth, und sittsame Eingezogenheit, so daß sie allgemein für ein vollkom- menes Vorbild christlicher Frauen angesehen wurde. Gott segnete ihre Ehe mit Kindern, die sie erzog in der Furcht des Herrn, und sorgfältig unterrichtete in den Lehren und Grundsätzen der christlichen Religion. Sie war eine weise Haushälterin, deren Wandel himm- lisch, und deren Herz voll Liebe war. Ausgezeichnet war Gorgonia, wie ihre Mutter Nonna, durch herzliches Mitleiden und durch große Wohlthätigkeit gegen die Armen, Betrübten und Nothleidenden. Sie war, wie Grcgorius sich ausdrückt, das Licht der Blinden, der Stab der Lahmen, die Mutter der Waisen, die Ernährerin der Wittwen, die Zuflucht der Elenden. Ihr Gemahl, wohlthätig gesinnt, ließ
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 1
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
1
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
900
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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