Seite - (000146) - in Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Bild der Seite - (000146) -
Text der Seite - (000146) -
142 Der heilige EligiuS, Bischof.
kannte, daß cr die Wahrheit nicht genau vorgetragen habe, und bat
unter häufigen Thränen entweder um Bestrafung oder um Berge:
bung. Der König staunte über ein so zartes Gewissen, und sagte
zu den Anwesenden: „Meine Hosieute machen sich wenig Sorge
daraus, mir ganze Dörfer und Paläste zu entziehen, und dieser
Knecht Gottes ängstigte sich so sehr übcr einen einzigen Fuß Bodens,
den cr mchr erhalten, als er in seiner Bittschrift aufgeben hat."
Darauf beruhigte er den Heiligen über die vorgegangene Irrung,
und schenkte ihm noch ein anderes Stück Landes, welches noch ein:
mal so groß, als das erste war.
Die größte Liebe bewies Eligius denjenigen, die im Kriege ge-
fangen worden waren, und als Sklaven oft sehr hart behandelt
wurden. Er kaufte viele derselben, nicht selten fünfzig, bis hundert,
auf einmal los, zumal Sachsen, die haufenweise verkauft wurden,
schenkte ihnen die Freiheit, und überließ es ihrer eigenen Wahl, ob
sie zu den Ihrigen heimkehren, oder bei ihm bleiben, oder in ein
von ihm gestiftetes Kloster gehen wollten. Allcn widmete er die
zärtlichste Sorgfalt. Seine Hausgenossen waren größtenthcils solche,
die er von der Gefangenschaft losgekauft hatte. Er leitete sie an
zur Erkenntniß Gottes, und zu einem gottseligen Leben durch Unter-
richt und durch das Vorbild seines heiligen Wandels, eingedenk der
Worte des Apostels: „Wer für seine Hausgenossen nicht sorgt, ist
arger als ein Heide." Er gab ihnen Anweisung zur geistlichen Be:
trachtung, und übte mit ihnen gemeinschaftlich das Gebeth und den
Psalmgesang bei Tag und bei Nacht. Die merkwürdigsten aus ih-
nen waren: sein Diener Tillo, ein Sachse, der im Rufe großer Hei-
ligkeit sein Leben vollendete, und als ein Heiliger von der katholi-
schen Kirche verehrt wird am 7. Jänner; Tituanus, ein Schwabe,
der den Martcrtod starb; Buchinus, Martinus, Andreas, Johannes
u. a. Mit großem Fleiße und sehr künstlich faßte Eligius in Gold
und Edelgestcin viele Reliquien der Heiligen zur Zierde verschiedener
Kirchen.
Der vertrauteste Freund des Eligius, der mit ihm gleiche Ge-
sinnung hatte, war der heiligt Ovenus, auch Dado genannt, der
Sohn des Autharius, dessen in der Geschichte des heiligen Lolumba-
nus Erwähnung geschieht. Ovenus, oder Dado, und sein Bruder
Ado kamen an den Hof des Königs Clotar, wurden da bekannt mit
dem Schatzmeister Eligius, der durch sein liebevolles Zureden, und
durch sein Beispiel den Sinn für Gottseligkeit in ihren Herzen mäch:
tig entstammte, und sie zu dem Entschlüsse brachte, sich selbst, ihr
großes Ansehen und ihre Reichthümer ganz dem Dienste Gottes, und
der Förderung des Guten zu widmen. Ado erbaute ein Kloster,
und zog sich von dem Geräusche der Welt in dasselbe zurück. Dado
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen