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Am i. Dezember. 143
wurde Siegelbewahrer des Königs. Auch er baute ein Kloster, in
welches er sich begeben wollte. Der König aber, und die Großen
des Reiches entließen ihn nicht von dem ^ofe, wegen des unbe-
gränzten Vertrauens und der allgemeinen Hochschätzung, deren er
genoß. An Eligius und Dado hatte die Kirche sehr kräftige Stützen.
Beide waren von dem regsten Eifer für den Glanz derselben beseelt.
Sie wetteiferten mit den besten Bischöfen ihrer Zeit in christlicher
Weisheit und in eifriger Sorge für die heilige Religion.
Der König Dagobert stand auf dem Punkte, den Iudicael mit
Krieg zu überziehen, weil er sich den Titel eines Königs von Klein:
britannicn angemaßt, und britannische Kriegsvölkcr einige Verwüstun-
gen in seinen Staaten angerichtet hatten. Bevor jedoch die Kriegs:
flamme vollends ausbrach, schickte der König an den Iudicael eine
Gesandtschaft, an deren Spitze Eligius war. Dieser beredete nicht
nur den Iudicacl, dem Könige Dagobert Genugthuung zu leisten,
wodurch ein verheerender Krieg vermieden wurde, sondern stiftete
auch durch den Glanz seiner Frömmigkeit, und durch seine gottseli:
gen Gespräche am britannischen Hofe, und an manchen andern Or-
ten , in denen er durchreiste, großen Segen. Seine Klugheit und
seine unerschütterliche Tugend erlangten allenthalben gleiche Bewun-
derung. Um das Jahr 640 starb der Bischof zu Nojon in der
Picardie, und Eligius wurde an seine Stelle gewählt. So groß
und ausgebreitet war der Ruf seiner Weisheit und seiner Tugend.
Er weigerte sich, die bischöfliche Würde anzunehmen; als er aber
seinen Widerstand fruchtlos sah, bestand er doch unerschütterlich dar-
auf, daß er, nach Vorschrift der kirchlichen Satzungen, die bischöfliche
Weihe nicht empfange, bevor er nicht einige Zeit die niedern kirchli-
chen Aemter verwaltet habe. Er empfing die bischöfliche Weihe zu-
gleich mit seinem Freunde Dado, welcher zum Bischof in Rouen be:
stellt wurde. Mit dem Bisthume v)n Nojon war das von Tour,
nai vereinigt, und Flandern, nebst Gent und Courtrai hingen von
demselben ab. In diesen Gegenden befanden sich noch viele Abgöt-
terer, welche bis daher dem göttlichen Worte ihr Ohr und Herz
hartnäckig verschlossen hatten. Mit heiligem Eifer sing Eligius die
Bekehrung derselben an, und setzte seine rastlose Bemühung fort,
ungeachtet des Widerstandes, den sie ihm entgegen setzten. Oft kam
er durch die rohe Widersetzlichkeit der Abgöttercr in Lebensgefahr;
aber sein Muth blieb unerschüttert, denn er war bereit, aus Liebe
zu Jesus Christus sein Leben daran zu geben. Seine apostolischen
Reisen beschränkten sich nicht allein auf seine beiden Bisthümer No-
jon und Tournai, sondern er predigte auch den Flanderern, den Frie:
sen und den Sueven das Evangelium mit der größten Begeisterung.
Durch seine Sanftmuth, liebevolle Güte und durch seine strenge Le«
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen