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148 Der heilige Remaklus, Bischof.
Amtes zu tragen, und andererseits auch diesen neugestifteten Klöstern
gehörige Vorsorge zu thun, so setzte er diesen als seinen Stellvertre-
ter vor den Thcodardus, einen durch Wissenschaft und Gottesfurcht
ausgezeichneten Mann, und faßte endlich nach einigen Jahren den
Entschluß, das bischöfliche Amt niederzulegen, sich von der Welt
ganz zurückzuziehen, und den Rest seiner Tage in der Einsamkeit
des Klosters Stablo zuzubringen. Als der Geistlichkeit und dem
Volke dieses Vorhaben bekannt wurde, gericthen sie in die tiefste
Trauer über den nahen Verlust des hochverehrten Hirten. Sie wein
dctcn Alles an, ihn aus andere Gedanken zu bringen, und den Kö-
nig Childcrich zu vermögen, daß er der Niederlegung des heiligen
Amtes seine Einwilligung versage. Allein der Bischof blieb fest auf
seinem Entschlüsse, und der König gab endlich die Einstimmung zur
Ausführung desselben. Rcmaklus trat im Jahre 660 in's Kloster
Stablo, und der oben erwähnte Theodor wurde an seine Stelle auf
den bischöflichen Stuhl gesetzt.
Bald darauf soll Remaklus eine Reise nach Rom zu den Grä-
bern der heiligen Apostel Petrus und Paulus unternommen haben.
Nach seiner Rückkehr in sein Kloster strömten von allen Seiten heils-
bcgierige Menschen zu ihm, christliche Belehrung, weisen Rath, und
erquickende Tröstung von ihm zu empfangen. Obgleich sehr strenge
gegen sich selbst durch Fasten, Wachen und andere Abtödtungen, be-
wies er gegen alle Andere die wärmste Liebe, väterliche Nachsicht
und zärtliche Schonung. Allen leuchtete er vor als ein helles Licht
der Frömmigkeit durch inniges und anhaltendes Gebeth und durch
den glühenden Eifer heiliger Betrachtung. Viele blieben zu Mal-
medi oder Stablo, und widmeten sich unter seiner Leitung den gott-
seligen Uebungen des klösterlichen Lebens. So blieb der edle Mann
unermüdet thätig für das Heil seiner Brüder bis zu seinem Tode.
Als er sein Lebensende nahe fühlte, versammelte er die Brüder um
sich, crmahnte sie mit herzlicher Rührung zur pünktlichen Befolgung
ihres heiligen Berufes, und zur Bewahrung der gegenseitigen Liebe
und Eintracht, empfing bald darauf die heilige Wegzehrung, und
gab, noch nicht volle sechzig Jahre alt, frohlockend seinen Geist in
die Hände des Schöpfers zurück, zwischen den Jahren 667 und 671.
Sein Leichnam wurde in der Kirche des heiligen Martinus begraben,
und später von dem Abte Goduinus in die des heiligen Petrus
übersetzt.
Wähle dir Christum zum Vorbilde deines Lebens: lies, be-
trachte, und rede von Ihm! Er sey deine Sehnsucht, dein Gewinn,
deine ganze Hoffnung und dein Lohn. Suchest du etwas anders,
als Gott allein, so wirst du Schaden leiden, wirst Plage haben und
keine Ruhe finden. Der Dienst des Fleisches ist Tod der Seele,
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen