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152 Der heilige Iodokus, Priester und Eremit.
wo er in dem kleinen Thale eines finstern Waldes, nahe bei einem
klaren Bächlein, Pidragra genannt, sich niederließ, und zwei Beth:
Häuser von Holz zu Ehren der heiligen Apostel Petrus und Paulus
erbaute. Der Herzog Hajmo, dem Iodokus, als derselbe in diesem
Walde jagte und in Gefahr war, vor Durst zu verschmachten, durch
sein vertrauensvolles Gcbeth wunderbarerweise Waffer verschaffte, ließ
den Wald lichten, und eine schöne Kirche zu Ehren des heiligen
Martinus daselbst erbauen. Später befand sich an diesem Orte ein
Bencdiktinerkloster unter dem Namen des heiligen Iodokus, drei Mei-
len von dem britannischen Meere entfernt.
Um das Jahr 665 unternahm der heilige Iodokus eine Reise
nach Rom, die Gräber der heiligen Apostel Petrus und Paulus und
anderer heiligen Märtyrer der ersten christlichen Zeiten zu besuchen,
lind bei denselben seine Andacht zu verrichten. Zu Rom wurde er
beschenkt mit vielen Reliquien der Heiligen, mit denen, als mit dem
köstlichsten Schatze, er hoch erfreut zu seiner einsamen Zelle zurück-
kehrte. Er war von derselben nicht mehr ferne, als Gott durch ein
herrliches Wunder die Heiligkeit seines Knechtes offenbarte. In dem
Flecken Ayron, der nur eine Meile von dessen Zelle entlegen war,
benetzte ein blindgebornes Mädchen die Stellen seiner Augen mit dem
Waffer, in dem der Heilige sich gewaschen hatte, und ward auf der
Stelle sehend. An dem Orte, wo dieses geschah, wurde zum dank-
baren Andenken ein hölzernes Kreuz aufgerichtet, welches in der Folge
zum Kloster des heiligen Iodokus gebracht wurde. Davon hatte das
Kloster eine geraume Zeit den Namen „Kreuz" bis es den -,zum hei-
ligen Iodokus" erhielt.
Der heilige Iodokus setzte mit glühendem Eifer fort die gott-
seligen Uebungen und die Werke mildthätiger Liebe bis zu seinem
Tode, der um das Jahr 668 erfolgt ist.
»Im Frieden ist seine Wohnung." Psalm. — Wer besitzt den
wahren Frieden? Der sanftmüthig, und von Herzen demüthig ist.
Warum willst du wissen, wie es mit Andern stehe, und gibst in gar
vielen Dingen auf dich selbst nicht acht? Sieh! wer sich mehr zu
verdemüthigen, und mehr für Gott zu leiden weiß, der hat auch
mehr Frieden.
Thomas von Kcmpis.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen