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Am 8. Jul i . 163
die vergibt und Vergebung erhalt? Wer mein Diener seyn will,
folge mir nach, spricht der Herr, und er wird seyn, wo ich bin.
Worin sollen wir aber jetzt ihm nachfolgen? Am Kreuze hängend
beantwortete er diese Frage: Water verzeihe ihnen, denn sie wissen
nicht, was ste thun." Wenn der Fürst des ewigen Lebens, der un-
befleckt, der von der Jungfrau geboren war, für seine Feinde bat,
wie viel mehr müssen wir, beladen mit Sünden, unsere Feinde lie-
ben, und für sie bethen, damit wir dem Herrn nachfolgen, und in
dieser Nachfolge würdig werden, mit seinen Heiligen Theil an feiner
Herrlichkeit zu nehmen.
Der heilige Kilian, Bischof und Märtyrer.
(Am 8. Juli.)
Der heilige Bischof und Märtyrer Kilian stand von jeher bei
den Deutschen in großem Ruhme, zumal in Franken, wo ihn die
Stadt Würzburg als den Apostel dieses Landes und als ihren vor-
züglichsten Patron verehrt. Franken hieß, und heißt zum Theile
noch das Land längs des Mains, zwischen Schwaben, Bayern, Böh-
men, Hessen, Thüringen, der Unterpfalz und dem Erzstifte Mainz.
Es ist kaum zu zweifeln, daß das Licht des christlichen Glaubens
frühe schon in dieses Land, wenigstens in einige Gegenden desselben
eingedrungen scy. Durch die fortwährenden innerlichen Kriege aber
verlor er sich wieder, oder wurde doch so sehr verdunkelt, daß wir
gegen das Ende des siebenten Jahrhunderts die Ostsranken wenig-
stens im vollen Hcidcnthume sehen. Der heilige Kilian war es,
der um diese Zeit durch seine apostolische Bemühungen dem göttlichen
Lichte des Glaubens da wieder Eingang verschaffte. Weder die Zeit
noch der Ort der Geburt des heiligen Kilian läßt sich angeben; ja
nicht einmal sein Vaterland kann mit Zuverlässigkeit bestimmt wer-
den, indem Einige ihn für einen Schottländer, Andere für einen Ir-
länder halten.
Er war erfüllt mit dem Lichte des heiligen Glaubens, und ent-
flammt von dem Eifer, dasselbe zu verbreiten aller Orten, wo die
Menschen noch saßen in der Finsterniß und in dem Schatten des
Todes. In seinem Naterlande schon hatte dieser Eifer auf eine so
ausgezeichnete Weise sich erprobt, daß'er zum Priester, und darauf
zum Bischöfe geweiht wurde. Eine bestimmte Kirche wurde ihm je-
doch nicht angewiesen, weil er entschlossen war, sein Leben der Bc-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen