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170 Der heilige Lambert, Bischof und Märtyrer.
dcS geistlichen Standes, und zur Uebung der klösterlichen Lebens-
weise, die Thcodardus beobachtete, anleite, und ihn bekannt mache
mit der Lebensweise an dem königlichen Hofe, so wie mit den Ge-
schäften, welche die Geistlichen, zumal die Bischöfe an demselben in
jener Zeit vielfältig zu verrichten hatten. Der König Childcrich I I .
hatte sein Hosiager zwar zu Metz, kam aber öfters nach Mastricht,
und Thcodardus hatte mchreremal auch Geschäfte in Metz abzuthun,
wohin er sich von dem jungen Lambcrt begleiten ließ. Auch am
Hofe zog Lambert die Aufmerksamkeit auf sich, und erwarb sich große
Verehrung durch seine Geschicklichkeit und durch seine Tugend.
Thcordardus wurde von bösen Menschen, gegen welche er die
Gerechtsame seiner Kirche behauptete, auf einer Reise in der Gegend
von Trier ermordet. Dadurch ward Lambcrt in die tiefste Bestür-
zung versetzt. Er wendete alles an, den Leichnam des hochverehr-
ten Bischofs zu erhalten, um die lchte Ehre und dadurch seine
Dankbarkeit ihm beweisen zu können. Nach mehreren fruchtlosen
Versuchen gelang ihm endlich sein Bemühen, und er besorgte zu
Lüttich eine ehrenvolle Beerdigung desselben. Nun wurde er einstim-
mig von der Geistlichkeit und von dem Volke im Jahre 669 zum
Bischöfe in Mastricht erwählt. Der König Childcrich I I . gab seine
Einstimmung zu dieser Wahl um so freudiger, da er denselben sehr
hoch schätzte. Groß war der Eifer, mit dem er das heilige Amt
verrichtete, und nicht weniger groß der Segen, den er bei der ihm
anvertrauten Heerde dadurch stiftete.
Wir haben oben schon, in der Lebcnsgeschichte des heiligen Leo-
dcgars, den herrschsüctigen Majordomus Ebroin, und dessen Um-
triebe kennen gelernt. Nachdem derselbe an dem Hofe des Königs
Theuderich in die Stelle des Obcrsthofmeistcrs sich eingedrungen
hatte, zeigte er sich sehr geschäftig, alle Bischöfe von ihren Sitzen
zu entfernen, von deren Eifer er standhaften Widerstand gegen sein
gottloses Wesen befürchten mußte. Die besten Hirten Galliens wur-
den ihren Heerden entrissen und entweder gctö'otet oder verbannt.
Untcr den Letztern war auch der heilige Lambcrt. Vertrieben von
seiner Kirche zu Mastricht zog er sich im Jahre l>74 zurück in das
Kloster Stablo, welches an der äußersten Gränze seines Bisthums
lag. Auf den bischöflichen Stuhl zu Mastricht wurde Faramund,
ein des heiligen Amtes ganz unwürdiger Mann, von Ebroin gesetzt.
Der heilige Lambert ertrug mit hoher Geduld die Verbannung von
seiner gläubigen Hecrdc, von der er aber nur dem Leibe nach ge-
trennt war. Sein Geist blieb mit derselben aus's innigste verbun-
den durch seine Liebe, durch seine Scrgc, und durch seine anhaltende
Fürbitte zu Gott. Er beobachtete so genau die Vorschriften des
klösterlichen Lebens, daß er allen Brüdern zur segensvollsten Erbau-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen