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Am i. März, 175
zurück, und widmete sich in stiller Einsamkeit den gottseligen
gen des klösterlichen Lebens. Dem heiligen Egbert lag die Bekch«
rung der Frießländer fortwährend sehr nahe am Herzen. Er wählt«
zwölf Männer aus, die durch ihren Eifer für die Verbreitung des
Reiches Gottes, durch ihre Weisheit und durch ihre Gottesfurcht
vorzüglich ausgezeichnet waren, und ermunterte sie, die apostolische
Sendung nach Frießland zu übernehmen. Es war in Frießland eine
Veränderung vorgefallen, welche den erwünschten Erfolg dieser Sen-
dung hoffen ließ. Pipin von Hcristal hatte den Theil des Landes,
der zwischen dem Rhcin und der Maaß liegt, durch Waffengewalt
dem Könige Radbod entrissen, und unter die fränkische Herrschaft ge:
bracht. Im Jahre 690 langten die vorerwähnten zwölf Glaubens«
boten bei Pipin an, und wurden von ihm schr gütig aufgenommen.
Er gestattete ihnen nicht nur sehr gerne die Verkündigung des heili»
gen Glaubens bei den Friesen, sondern beförderte das gottselige Un-
ternehmen durch die kräftigste Unterstützung, die er demselben ange-
.deihcn ließ. Durch ein öffentliches Edikt gab er das Verbot, den
Glaubensboten, auf was Immer für Weise, ein Hinderniß in den
Weg zu legen, und versprach seine vorzügliche Begünstigung den»
jenigen aus dem Volke der Friesen, welche zum Christenthume sich
bekehren würden.
Durch den heiligen Eifer der Glaubcnsboten, und durch Pipins
so mächtige Unterstützung wurde, unter Gottes Beistand, der größte
Theil der Friesen zu Jesus Christus bekehrt. Herrlich leuchtete jetzt
das Licht des Heils in den Herzen Unzähliger, in denen vor Kur-
zem noch Finsternisse und Todcsschatten gewaltet hatten. Unter den
Glaubensboten war auch der heilige Suitbcrtus. Was von seiner
Abstammung und von seiner Jugend erzählt wird, ist nicht zuver-
lässig. Suitbertus soll ein Sohn des Grafen Nottingham gewesen
seyn. Ehe er nach Fricßland kam, war er Priester und Abt des
Klosters Dakor, an der Gränze von Schottland. Seine Gefährten,
mit denen er über das Meer nach Fricßland gekommen war, bezeig-
ten ihm große Verehrung; denn er leuchtete ihnen vor als ein glän-
zendes Licht lebendigen Glaubens, reiner Gottseligkeit, und brünsti-
ger Liebe, die er mit der tiefsten Demuth verband. Sie hielten ihn
des bischöflichen Amtes vorzugsweise würdig, und schickten ihn deß-
halb , als sie des segensvollsten Erfolgs ihrer apostolischen Arbei-
ten bei den Friesen sich erfreuten, nach England, daselbst die heili-
gen Weihen zu empfangen. Er empfing sie von dem Erzbischofe
von York, Wilfried, der damals in der Provinz Mercien in der
Verbannung war.
Bald nach dem Empfange der bischöflichen Weihe kehrte Suit-
bertus nach Deutschland zurück, kam in das Land der Brukterer in
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen