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176 Der heilige Rupcrtus, Bischof und Glaubensprediger :c.
der Gegend von Cöln, und bekehrte viele derselben zum christlichen
Glauben. Da aber dieses Volk kurz darauf von den noch heidni-
schen Sachsen bezwungen, und die neuen Lhristcn aller Orten zer-
streut wurden, begab er sich zu dem Majordomus Pipin, der ihm
auf Empfehlung der frommen Plektrudis eine im Rhein gelegene
Insel schenkte, auf welcher der Heilige ein Kloster gründete, das
viele Jahrhunderte unter dem Namen Kaiscrwerth sehr bc-
rühmt war. Da beschloß er, nachdem sein Licht noch viele Jahre
segensvoll geleuchtet hatte, im Rufe großer Heiligkeit sein Lcbm im
Jahre 713.
Die katholische Kirche verehrt in der Zahl der Heiligen noch
einen andern Euitbcrtus, welcher um das Jahr 790 von dem Kai-
ser Karl dem Großen, in Uebereinstimmung des Papstes Hadrian,
auf den neu errichteten bischöflichen Stuhl zu Werden, zwischen dem
Bremischen und Lüncburgischen, gesetzt wurde.
Der heilige Rupertus,
Bischof und Glaubensprediger in Bayern.
(Am 27. März.)
Der heilige Rupertus war entsprossen aus königlichem Geblüte
in Franken. Die Namen seiner Eltern, der Ort seiner Geburt, so
wie die Geschichte seiner Jugend sind ganz unbekannt. Seine Ge-
burt wird von Einigen, ich weiß aber nicht mit welchem Grunde,
in das Jahr 650 gesetzt. Er war, bevor er nach Bayern kam,
schon Bischof; sehr wahrscheinlich aber ein solcher, welche man wan-
delnde nennt, weil sie für keinen bestimmten bischöflichen Sitz bestellt
sind. Ehe er sein Vaterland verließ, hielt er sich zu Worms auf.
„Er war," wie seine älteste Lebensgeschichtc sagt, „ein gerader Mann,
fromm, gerecht, vorsichtig in seinen Urtheilen und weise in seinen
Entschlüssen, aufrichtig in seinen Reden, und ernst in seiner Hand-
lungsweise , ausgezeichnet in der Liebe und in der Vollkommenheit
seines ganzen Wandels, ein eifriger Lehrer des Evangeliums, dessen
vollständige und helle Erkenntniß ihm eigen war. Unzählige Men-
schen kamen zu ihm, von ihm zu hören den Unterricht des Heils,
und von ihm zu empfangen Worte des Lebens." Der Ruf von
den vortrefflichen Gaben des heiligen Bischofs wurde allenthalben
verbreitet, und kam auch zu den Ohren des bayerischen Herzogs
Theodo I I . , der ihn durch Abgeordnete zu sich nach Regensburg
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen