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Am 27. März. 177
einlud. Rupertus folgte der Einladung, und kam im Jahre 696
nach Regensburg, wo er unter großem Jubel, und mit vielen Ehren:
bezeugungen empfangen wurde. Er unterrichtete und stärkte den
Fürsten sowohl, als andere Vornehme und Niedere, in dem christli-
chen Glauben, und ertheilte vielen die heilige Taufe. Thcodo selbst
soll von dem heiligen Rupertus getauft worden seyn.
Der Herzog gab sich alle Mühe, den heiligen Rupcrtus zu be-
wegen, daß er in seinem Lande bleibe, allda einen bischöflichen Sitz
errichte, und den Unterricht des Volkes fortsetze. Der Bischof aber
schiffte sich zu Regensburg ein, und fuhr auf der Donau hinab ge-
gen die Gränze des ehemaligen Carantaniens, in der Absicht, das
Christenthum daselbst oder in der Nachbarschaft zu verkündigen.
Nach einiger Zeit verließ er diese Gegend wieder, und kam herauf
nach Lorch, dem heutigen Ens, einem Städtchen am Flusse gleichen
Namens. Da flammte er durch seine Predigten das Licht des hei-
ligen Glaubens an, welches früher in dieser Gegend herrlich geleuch-
tet hatte, aber durch die Stürme der Zeit bereits erloschen war.
Vielen verschaffte er die Befreiung von mancherlei leiblichen Gebre-
chen durch das Gebeth des Glaubens, welches von Gott gnädig er-
hört wurde. Von Lorch kam er wieder nach Bayern zurück. Am
Wallersee, in der Gegend vom heutigen Salzburg ließ er sich nieder,
und erbaute da zu Ehren des Apostels Petrus eine Kirche an dem Orte,
wo das heutige Seekirchcn ist. Der Herzog Theodo bezeugte sein
Wohlgefallen an dem Unternehmen des Bischofs dadurch, daß er
ihm einige Besitzungen in dieser Gegend schenkte. Nach einiger Zeit
kam der heilige Rupertus zu der alten von den Herulern zerstörten
Stadt Iuuavium, oder Hclfenburg (jetzt Salzburg), welcher Ort
schon vorlängst mit dem Blute frommer Christen, die da des wah-
ren Glaubens wegen den Martertod von den Barbaren erlitten hat-
ten , befeuchtet worden war. Hier fand er die Ueberrcste vieler
prächtiger Gebäude, verlassene Gründe, und manche andere Vorbe-
reitungen , die eine neue Ansiedelung erleichterten. Er faßte den
Entschluß, seinem unstäten Berufe zu entsagen, und hier scine blei-
bende Stätte festzusetzen; deßwegen sing er mit Bewilligung des
Theodo unverzüglich an, aufzuräumen, und was herzustellen war,
auszubessern, neue Anlagen zu machen, und sie möglichst uortheilhaft
zu benutzen. Er erbaute, unterstützt durch die Wohlthätigkeit des
Herzogs, eine schöne Kirche zu Ehren des heiligen Pctrus, und
darauf ein Kloster, nebst den erforderlichen Wohnungen für die Geist:
lichen. Das Kloster blühte durch viele Jahrhunderte, als eine Herr:
liche Psianzschule der Gelehrsamkeit und der Tugend. Thcodo schenkte
dem heiligen Rupert die ganze neue Ansiedlung, und einen beträcht-
lichen Theil des umliegenden Gebietes. Rupert ging nach Franken,
Zweiter Band. 12
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen