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178 Der heilige RuftcrtuS, Bischof und Glauben5ftrcdiger :c.
um sich einige Gehilfen zu suchen. Er fand sie, und kam mit ih:
nen nach Salzburg zurück, wo er nun mit eben so großem Eifer,
als gutem Erfolg das angefangene Werk fortsetzte. Unermüdet ar-
beitete er an der Verbreitung und Befestigung des heiligen Glau-
bens; mit apostolischer Treue verwaltete er alle Verrichtungen des
bischöflichen Amtes, und weit umher leuchtete das Licht seiner Gott-
seligkeit auf die segensvollste Weise. Durch den Unterricht, welcher
in dem neuerbauten Kloster, das er selbst regierte, ertheilt wurde,
sicherte er die Bildung künftiger Religionsdiener, nebst dem, daß
auch viele a»dl-rc Uenschcn in der Religion wohlwollend unterrichtet
wurden. Scine Priester theilten sich in die umliegende Gegend, ka-
men selbst tief in die nahen Gebirge, blieben jedoch stets im Ver-
bände mit ihrem frommen Gebieter, und unter desselben beständiger
Leitung.
Der Herzog Theodo schenkte den Bemühungen des Bischofs
fortwährend die größte Theilnahme, und belohnte sie durch reichliche
Schankungen, die er nicht nur in der Nahe des neuen bischöflichen
Sitzes immer weiter ausdehnte, sondern sie auch vermehrte mit ent-
legenen Gütern in dem heutigen Traunvicrtcl Oberöstrcichs, und an
der Donau bei Regensburg. Durch treue Verwaltung der frommen
Gaben, und durch weise Sparsamkeit erweiterte Rupert die gottseli-
gen Anstalten, und sicherte deren künftigen Bestand. Er hatte seine
Nichte, Ehrentraud, aus Franken mit sich gebracht. Nahe an der
Burg zu Salzburg erbaute er für sie eine Wohnung, nebst einer
Kirche. Bald gesellten sich zu der gottesfürchtigen Ehrentraud fromme
Weibspersonen, die unter ihrer Leitung, abgeschieden von der Welt,
ein gottseliges Leben zu führen entschlossen waren. Dieser Anstalt
schenkte Theodebert, der Sohn und Nachfolger des Theodo, im
Chiem- und im Isengau verschiedene Güter, und setzte dadurch den
heiligen Rupert in Stand, dieselbe zu erweitern, und das in der
Folge berühmte Fraucnkloster auf dem Nonnbcrge zu gründen. Ue-
berhaupt hat die Kirche zu Salzburg sehr viel zu verdanken den
bayerischen Herzogen, deren Willfährig- und Wohlthätigkeit den hei-
ligen Nupert belebte, verschiedene Gotteshäuser auch in solchen Ge-
genden zu erbauen, wo ihm noch kein Grundeigenthum überlassen
war. So konnte der Heilige die Kirche des heutigen Bischofshofen
erbauen, indem schon Herzog Theodo hiezu das bürgerliche Eigen-
thum geschenkt hatte. Der Herzog Theodebert erschien auf vorge-
gangene Einladung persönlich an dem Orte, wohnte der Einweihung
bei, und überließ einen Wald von drei Meilen im Umkreise des ge-
dachten Ortes, zum Geschenke. Auch die Kirche Thalgau erhielt
Rupert von diesem Herzoge zum Geschenke.
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen