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Am 27. März. 179
Durch die Beförderung der Religion, und zweckmäßige religiöse
Einrichtungen begründet jeder Regent am sichersten die Dauer,
die Ruhe, den Wohlstand und das Glück seines Staates. Welcher
auf einen andern Grund, als auf diesen, baut, der baut auf Sand.
Davon zeuget die Geschichte aller Zeiten. Was gottesfürchtige Re-
genten zum Glanz der heiligen Kirche thun, verdankt ihnen diese;
es wird ihnen aber auch im reichlichsten Maaße vergolten durch den
Segen, den die Religion ihnen, und ihren Staaten verschafft.
Der heilige Rupert blieb mit gleicher Anstrengung thätig bis
in sein hohes Alter. Er setzte seine apostolischen Wanderungen fort,
nicht bloß inner den Gränzen seines bischöflichen Sprengels, sondern
auch in den entfernter« Gegenden, um allenthalben zu befestigen den
heiligen Glauben, und die Einrichtungen zur Fortdauer desselben.
Noch vor seinem Tode, der ihm von Gott angezeigt worden seyn
soll, übergab er seinem Schüler Vitalis das bischöfliche Amt, und
die Regierung des Klosters zu St. Peter. In frommer Zurückge-
zogenhcit erwartete er das Ende seiner irdischen Laufbahn, welches
am Tage der Auferstehung des Herrn am 27. März 718 erfolgte.
Etwa fünfzig Jahre nach seinem Tode erbaute der Bischof Virgilius
zu Salzburg eine besondere bischöfliche Kirche auf den Namen des
heiligen Rupertus, dessen Gebeine er dahin versetzte. Im Jahre 1596
wurde diese Kirche ein Raub der Flammen; von den Erzbischöfen
Markus Sittikus und Paris Lodron aber prächtig wieder herge-
stellt. —
Ehrentraud, die Nichte des heil. Rupcrts, wird in der katho-
lischen Kirche auch in der Zahl der Heiligen verehrt, und ihre jähr-
liche Gedächtniß am 30. Juni begangen. In ihrem Vaterlandc schon
stand sie einer Genossenschaft gottseliger Jungfrauen vor, und regierte
dieselbe mit Weisheit und mit sanfter Liebe. Der gleiche Geist be-
seelte sie bei der Leitung ihrer Schwestern in Salzburg. Sie war
ihnen ein vollkommenes Vorbild eines lantcrn, evangelischen Sinnes
und Wandels, sehr strenge mit sich selbst, anhaltend im Wachen,
Fasten und Gebethe, und dabei so demüthig, als wäre sie die letzte
unter ihren Mitschwestcrn gewesen. Mit eigener Hand wusch und
reinigte sie verwahrloste Kinder, und hilflose, presthafte Menschen.
Wohlthätig reichte sie den Armen Speise und Trank, und vereinigte
auf diese Weise ihre Frömmigkeit mit Wohlthätigkeit, diesem schön-
sten Beweise wahrer Nächstenliebe.
Wer sich am tiefsten erniedriget, und Gott am innigsten liebet,
der gefällt Ihm am meisten. Selig, der sich für den Allergeringsten
ansieht, und Alles meidet, was er als mißfällig vor Gott erkennt.
Selig, der wegen Gott, und um Ihm zu gefallen, alle seine Werke
aus Liebe und reiner Absicht verrichtet, und jeden guten Gedanken
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen