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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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Am 10. September. 181 der Gefahr eitler Ruhmbegierde aussetzte. Darüber beklagte er sich oft bitter unter heißen Thränen in seinem Gebethe vor Gott, und in seinen Unterredungen vor manchen Menschen. Endlich reifte in seinem Gemüthe der Entschluß, diesen Aufenthaltsort, den er seit vierzehn Jahren bewohnt hatte, zu verlassen, und sich anderswo die gewünschte Einsamkeit zu verschaffen. Er begab sich mit seinen Brü- dern im Jahre 709 nach Rom, verrichtete bei den Gräbern der hei: ligen Apostel Petrus und Paulus mit vieler Inbrunst seine Andacht, und ging dann zu dem Papst Lonstantin. Diesem entdeckte er seine Absicht, in stiller Einsamkeit dem Dienste Gottes sich ganz zu wid- men , und bat ihn, einen hiezu bequemen Ort in der Stadt, oder in der Nähe derselben ihm anzuweisen. Dem Papste entgingen nicht die großen Gaben des gottseligen Mannes. Er glaubte, daß ein so helles Licht nicht unter dem Schaffet verborgen bleiben dürfe, son- dern auf den Leuchter gestellt werden müsse; deßhalb gab er die Er- klärung , daß Corbinian nicht zur Einsamkeit, sondern zur thätigen Ausbreitung des Evangeliums berufen sey; machte den Antrag, ihn zum Priester und Bischöfe zu weihen, und zum christlichen Lehramt in die Welt abzuordnen. Corbinian war hierüber sehr betroffen. Er machte die dringendsten Gegenvorstellungen, weil er die Einsam- keit liebte, und des heiligen Amtes sich für unwürdig hielt; der Papst aber bcharrte auf seinem Entschlüsse, in den Corbinian sich endlich fügte, weil er ihn für den Willen Gottes ansah. Als Bischof, und noch dazu mit dem Pallium beehrt, kehrte er nach Frankreich zurück, und stiftete durch sein neues Amt, welches er mit allem Eifer verrichtete, großen Segen. Bei Hohen und Nie- dern, bei Priestern und Lajen belebte er durch den kräftigen Vortrag der Lehren des Heils, und durch seine eindringende Beredtsamkcit den Glauben, erweckte den Geist der Buße, entstammte das Stre- ben nach Vollkommenheit in der christlichen Tugend. Er wurde von Pipin an den königlichen Hof gerufen. Mit jedem Tage ward die hohe Achtung größer, die Corbinian sich erwarb. Vornehme und Niedere drängten sich zu ihm, seine Tugend und seine Verdienste zu ehren. Er zog sich deßhalb neuerdings in die einsame Zelle zu- rück , in der er vor seiner Reise nach Rom gewohnt hatte. Aber noch weniger, als vorher, fand er da die erwünschte Ruhe. Daher dachte er auf eine zweite Reise nach Rom, auf Niederlegung des bischöflichen Amtes, und auf die Wahl eines Klosters, wo er sich der Obsorge und Leitung eines Obern unterwerfen könnte. Er nahm seinen Weg durch Schwaben, und kam, nachdem er auf der Reise vielen Neubekehrtcn geprediget hatte, über die Donau nach Regens- burg. Theodo I I . , Herzog in Bayern, suchte ihn zu bereden, im Lande zu bleiben, die Unwissenden zu lehren, und in Glaubenssachen
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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