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Am 12. Mai. 187
Der Patriarch suchte in einer Unterredung von dem Irrthume ihn
zurückzuführen, und schrieb deßhalb auch an den Metropoliten Jo-
hann von Synnade, dem der Bischof von Nakolia untergeordnet
war. Er legt in seinem Schreiben eben so klar als gründlich die
katholische Lehre von der Verehrung der Bilder dar. Unter Anderm
sagt er: „Wir bilden uns gar nicht ein, daß sie, die Heiligen, an
der göttlichen Natur Theil haben, und wir erweisen ihnen nicht die
Ehren, welche dem Ewigen gebühren; sondern wir wollen nur un-
sere Zuneigung gegen sie bezeigen, und durch den Sinn des Gesich-
tes den Glauben, den wir durch das Gehör erlangt haben, stärken.
Da wir aus Fleisch und Geist zusammengesetzt sind, sollen wir nicht
durch die Beihilfe unserer verschiedenen Sinne an unserer Heiligung
arbeiten?" Dem Constantinus lag daran, sich zu verstellen, bis er
seine Partei beisammen hatte, indem er sah, daß das Volk entschlos-
sen sey, einen Aufstand gegen ihn und seine Sekte zu erregen. Er
heuchelte vor dem Patriarchen die gänzliche Veränderung seines Sin-
nes, und versprach Alles, was man verlangte.
Der Patriarch berichtete in einem Schreiben Alles, was in Be-
treff der Bilder in der morgenländischen Kirche vorging, dem kirchli-
chen Oberhaupte, Papst Gregor I I . Der Statthalter Jesu Christi
frohlockte in seiner Antwort über den ledhaften Eifer, womit man
die Lehre der Kirche zu Constantinopel vertheidigte. Die Völker
Griechenlands und der cycladischen Inseln empörten sich unter dem
Vorwande der Religion gegen den Kaiser, bewaffneten eine ansehn-
liche Flotte und führten auf derselben einen gewissen Cosmus gegen
(5onstantinopcl, um ihn auf den kaiserlichen Thron zu setzen. Nahe
bei der Hauptstadt lieferten sie ein Treffen, in welchem sie aber eine
gänzliche Niederlage erlitten. Durch diesen Sieg ward der Kaiser
in seinem Uebermuthe bekräftiget. Mit größerer Kühnheit verfolgte
er jetzt die Katholiken, und drang von Neuem in den Patriarchen,
der sich gegen die Rebellen erklärt hatte, ihn auf seine Seite zu
bringen. Als er aber sein Bemühen fruchtlos sah, drohte er, daß
alle Denkmäler heiliger Verehrung abgeschafft seyn müßten; geschähe
es nicht gutwillig, so würde es durch Zwang bewirkt werden.
Darauf sagte der heilige Germanus: „Ich habe wohl gehört, es
bestehe eine Prophezeiung, daß man die heiligen Bilder zerstören
werde; aber nicht unter deiner Regierung." „Unter wessen Regie-
rung dann?" fragte Leo. Germanus antwortete: „Unter der Re-
gierung des Conon." Der Kaiser staunte und sparch: „Ich habe
wirklich bei der Tauft den Namen Conon erhalten." „Kaiser!"
rief der Patriarch aus, „Gott verhüte, daß dieser Schandfleck deiner
Regierung angehängt werde! Der einer solchen That sich erkühnt,
ist der Vorläufer des Antichrists, ein Widersacher des Mensch gcwor-
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
- Titel
- Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
- Untertitel
- Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
- Band
- 2
- Autor
- Anton Mätzler
- Verlag
- Landshut Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 1840
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 9.8 x 16.9 cm
- Seiten
- 982
- Schlagwörter
- Kirche, Gott, Glaube, Religion
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen