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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres - Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
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Am 28. November. 197 treten würdest?" Stcphanus rief: .,Und welche Strafen, was meint ihr, werden die treffen, welche den Namen Christi und seiner Mut- ter in ihren Bildern mit Füßen treten. Werden sie nicht dem ewi- gen Feuer überliefert werden?" Nun warf er das Geldstück auf den Boden hin, und trat es mit Füßen. Die Diener dcs Kaisers fielen, wie rasend, über ihn her, und wollten ihn von dem erhabc« nen Orte hinabstürzen in's Meer. Allein der Kaiser, welcher die Schande, mit sich selbst im Widersprüche zu stehen, mehr als sie, fühlte, verwehrte es ihnen, und schickte ihn, mit einem Stricke am Halse, und mit auf den Rücken gebundenen Händen in das Gefäng- niß dcs Prätoriums, um ihn gerichtlich verurthcilen zu lassen. Die Verfolgung dauerte fort, und verbreitete sich mit erneuerter Grausamkeit auf alle Stande. Viele Vornehme und Niedere, Bür- ger und Soldaten, welche der Verehrung der Bilder treu geblieben waren, wurden auf mancherlei Weise sehr hart bestraft, — Einige hingerichtet, Andere verstümmelt, noch Andere in's Elend verwiesen. Von allen seinen Unterthanen forderte der Kaiser einen Eid, daß sie die Bilder nicht verehren wollen. Diesen Eid legte der unwürdige Patriarch Constantin öffentlich in der Kirche ab, woraus er zur kai- serlichen Tafel gezogen, und dort mit einem Blumenkränze, wie bei einem heidnischen Osterfeste, gekrönt wurde. Diese Hofgunst hatte jedoch keinen Bestand. Nicht lange hernach empfing der Patriarch für seine Treulosigkeit gegen die heilige Kirche und für seine Schmei- chelei die gebührende Strafe. Er fiel in die Ungnade dcs Kaisers, und wurde nach vielen schmählichen Mißhandlungen getödtet. Der Kaiscr schritt in seiner Raserei immer weiter. Er verbot alle Ge- bethe zur Mutter Gottes, und zu den Heiligen. Viele Reliquien wurden verbrannt, ins Meer geworfen, oder auf andere Weise ent- ehrt; Klöster und Kirchen entweder zerstört, oder zu weltlichen Zwecken verwendet. Der heilige Stephanus fand im Gefängnisse des Prätoriums, in das er gebracht wurde, Z42 Mönche, die, wie er, der Religion wegen eingesperrt waren. Alle hatten qualvolle Mißhandlungen, Verstümmlung, Schläge u. a. erduldet. Der Heilige sagte Gott Dank, da er so viele Merkmale eines großmüthigen Bekenntnisses sah, und war darüber beschämt, als hätte er selbst noch nichts aus- gestanden. Die Bckenner hingegen ehrten ihn als ihr Haupt und ihr Vorbild. Das Gefängniß ward einem Kloster gleich, indem die klösterlichen Uebungen im Gebeth und Psalmgesang regelmäßig in demselben verrichtet wurden, zur heilsamsten Erbauung der Gefangen- wärter, deren Einer dem heiligen Stcphanus große Liebe bewies. Schon beim Eintritt in dieses Gefängniß saatc Stephanus vor, daß dieses sein letzter Aufenthaltsort, und das ^nde seines Lebens nahe
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Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes, Band 2
Titel
Legenden der Heiligen auf alle Tage des Jahres
Untertitel
Die Herrlichkeit der katholischen Kirche, dargestellt in den Lebensbeschriebungen der Heiligen Gottes
Band
2
Autor
Anton Mätzler
Verlag
Landshut Verlag
Ort
Wien
Datum
1840
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
9.8 x 16.9 cm
Seiten
982
Schlagwörter
Kirche, Gott, Glaube, Religion
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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